Tomaten aussäen – so geht’s!

Es ist Mitte März und damit die perfekte Zeit um Deine Tomaten auszusäen, yeay!
(Zugegeben, ich hüpfe gerade ein bisschen vor Freude. Du nicht auch?)

Vielleicht wunderst Du Dich, dass ich meine Tomaten „jetzt erst“ aussäe wo manche damit schon im Januar oder Februar beginnen. Ich habe verschiedene Zeitpunkte ausprobiert und Mitte bis Ende März hat sich für mich und meine Tomaten einfach bewährt und deshalb bleibe ich auch dabei.

Kommen wir zu den konkreten Fragen: Wie funktioniert das überhaupt mit der Aussaat? Welche Materialien brauchst Du dafür und wo kriegst Du die am besten her? Welche Erde ist die richtige? Viel oder wenig gießen?

Keine Panik, all diese Fragen beantworte ich Dir nachfolgend. Die Aussaat ist kein Hexenwerk und wenn Du ein paar Dinge beachtest, kann eigentlich nicht viel schief gehen.

Lass uns loslegen!

 

Was Du für die Aussaat brauchst

Für die Aussaat benötigst Du ein paar Utensilien. Welche das sind?

Diese hier:

  • Anzuchtgefäß Deiner Wahl
  • Anzucht- oder Aussaaterde (z.B. aus dem Baumarkt oder Gartencenter)
  • Sprühflasche (entweder neu kaufen oder eine leere Fensterputzmittelflasche dafür verwenden)
  • Etwas Flaches zum Andrücken (z.B. ein dünnes Brettchen)

Natürlich kannst Du Anzuchttöpfe oder eine Aussaatschale neu kaufen. Alternativ kannst Du aber auch einen leeren Eierkarton dafür benutzen. Oder leere Tetra-Packs die Du aufschneidest. Oder die Plastikschalen aus dem Supermarkt in denen beispielsweise Feldsalat oder Trauben verpackt sind. Diese haben meistens schon Löcher im Boden und sind im Prinzip wie ein kleines Gewächshaus. Falls keine Löcher vorhanden sind kannst Du einfach einige kleine hineinschneiden.

Alter Tetra-Pack zum Anzuchtgefäß umfunktioniert

Anzuchtgefäß

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Welche Erde für die Aussaat?

Die richtige Erde ist oft ein Streitthema. Ich lese immer wieder das viele ihre Samen in normale Blumenerde säen. Das Argument dahinter? Warum sollte ich die „teure“ Aussaaterde kaufen wenn es auch die billige Blumenerde tut? Ob Du das so handhaben möchtest oder nicht, bleibt selbstverständlich Dir überlassen. Ich persönlich bevorzuge der Umwelt zuliebe torffreie oder zumindest torfreduzierte Aussaat- oder Anzuchterde. Nur sie ist genau auf die Bedürfnisse der Keimlinge zugeschnitten. Und dafür bezahle ich auch gerne ein paar Euro mehr. Billige Blumenerde ist eben oft genug auch genau das – billig. Nicht nur im Preis sondern vor allen Dingen auch in der Herstellung.

Die Aussaat – so funktioniert’s 

Schritt 1:

Lockere die Erde gut mit den Händen. Oft ist sie klumpig wenn Du den Sack öffnest. Befülle Dein Aussaatgefäß dann bis 1-2 cm unter den Rand mit der Anzuchterde. Sorge dafür, dass die Oberfläche eben ist (wie oben auf dem Bild mit der blauen Plastikschale zu sehen).

Schritt 2:

Tomatensamen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Säe die Samen aus.
Wenn Du nur eine Sorte in Dein Anzuchtgefäß säst, kannst Du Dir die Samen auf die Hand geben und sie mit den Fingern (ähnlich wie eine Prise Salz) gleichmäßig über die Anzuchterde verteilen. Oder, falls Dir das lieber ist, kannst Du einen Knick in das Samentütchen falten sodass eine kleine Rinne entsteht. Indem Du dann mit dem Finger sanft auf das Tütchen klopfst rieseln die Samen heraus. Probiere einfach aus was Dir besser gelingt!
Falls Du (so wie ich) mehrere Sorten in Deinem Anzuchtgefäß aussäst, legst Du die Samen am besten einzeln in ordentliche Reihen. Achte auf genügend Abstand zwischen den einzelnen Samen. Versuche beim Aussäen außerdem darauf zu achten, dass nicht zu viele Samen auf einer Stelle landen sondern gleichmäßig verteilt sind. Andernfalls nehmen sich die jungen Pflänzchen nach der Keimung gegenseitig Nährstoffe und Licht weg was sich negativ auf ihr Wachstum auswirkt.

Schritt 3:

Wichtig:
Pflanzen sind entweder Licht- oder Dunkelkeimer. Tomaten gehören zu Letzterem. Was bedeutet das konkret? Dunkelkeimer müssen dünn mit Erde bedeckt werden damit sie keimen können. Lichtkeimer dürfen, im Gegenteil dazu, nicht bedeckt werden denn sie brauchen das Licht für die Keimung.

Übersiebe die Tomatensamen dünn mit Erde. Das kannst Du mit einem Sieb tun oder auch mit Deinen Händen. Bei Letzterem ist lediglich etwas Fingerspitzengefühl gefragt.
Als Faustregel gilt: Decke Dunkelkeimer (je nachdem) mit einer Schicht Erde oder Sand ab, die ungefähr zwei- bis dreimal so dick ist, wie der Samen groß ist.

Schritt 4: 

Drücke die Samen vorsichtig leicht an. Das kannst Du mit einem flachen und trockenen Gegenstand wie einem Brettchen tun. Oder Du nimmst einfach Deine Hände, ganz wie Du magst. Trocken deshalb weil sonst die Gefahr besteht das die Samen daran haften bleiben. Durch das andrücken bekommen sie Bodenkontakt.

Schritt 5:

Sprühflasche

Gieße Deine Aussaat!
Aber auch hier gibt es ein paar Dinge zu beachten. Ich rate Dir dafür zur Sprühflasche. Der Grund? Bei der Gießkanne besteht die Gefahr, dass Du die Samen durch den starken Wasserstrahl wegschwemmst. Abhilfe kann dabei eine Brause schaffen. Aber auch dann musst Du möglichst gleichmäßig und von oben gießen. Mit der Sprühflasche hast Du dieses Problem nicht. Bitte beachte, dass Du Deine Aussaat immer gut feucht hältst. Mit der Sprühflasche musst Du die Samen täglich versorgen da hier lediglich die obere Erdschicht durchfeuchtet wird und diese auch schnell wieder abtrocknet.
Auch hier gilt: Probier es aus und mache es so, wie es für Dich am besten ist!

Schritt 6:

 

 

 

 

 

 

 

 

Beschrifte Deine Aussaat(en)!
Tust Du das nicht wird es schnell chaotisch und Du verlierst den Überblick. Gerade wenn Du Anfänger bist und die Pflanzen noch nicht sicher bestimmen kannst ist das super wichtig! Es reicht wenn Du auf das Etikett schreibst um welche Pflanze es sich handelt, welche Sorte es ist und wann Du es ausgesät hast.
Also zum Beispiel Tomate ‚Green Zebra‘, 20.03.2020
Ich empfehle Dir entweder Stecketiketten aus Hartplastik oder alternativ die hölzernen Eisstäbchen. Verwende einen Stift dessen Schrift nicht verwischt oder mit der Zeit verblasst.

Schritt 7:

Stelle Deine ausgesäten Tomaten an einen warmen und hellen Ort (z.B. in den Wintergarten oder auf eine geräumige Fensterbank) und halte die Erde immer leicht feucht.

Viel Spaß und Erfolg beim Aussäen!


Welche Erfahrungen hast Du bislang gemacht? Hast Du vielleicht einen Geheimtipp für die Aussaat? Verrate es mir gern in den Kommentaren!

 

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