Ein „Unkraut“ stellt sich vor – Kriechender Günsel

Der kriechende Günsel gehört zur Familie der Lippenblütler und umfasst etwa 65 unterschiedliche Arten. Man trifft ihn häufig auf Wiesen und in Wäldern an sonnigen bis halbschattigen Standorten an. In den Alpen trifft man ihn sogar auf Höhen von 2000 m noch an. Günsel ist eine frostharte, mehrjährige Pflanze und wird 15-30 cm hoch. Die hübschen blauen Blüten erscheinen von April bis August. Sammeln kannst Du ihn ab April bis in den Juli. Bei uns ist er relativ unbekannt und findet (zu Unrecht wie ich finde) wenig Beachtung. Dabei würde er sich allein seines hübschen Aussehens wegen als Zierpflanze für den Garten eignen. Außerdem wird er gerne von Bienen und Hummeln besucht. Wenn Du ihn dann noch für die eigene Gesundheit und Küche nutzt – wunderbar!

Aber woher kommt der Günsel eigentlich?

Geschichte

Seine Heimat liegt in Europa, Nordafrika und Teilen Asiens. Mit der Kolonialisierung gelangte er nach Nordamerika wo er sich ausgebreitet hat. Im Volksmund kennt man ihn auch unter Namen wie Kuckucksblume, Güldengünsel und Guglkraut. Erwähnt wurde er bereits in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts in Elsässer Handschriften erwähnt.

Heilkunde

Der Günsel enthält unter anderem ätherisches Öl, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Saponine und Glykoside. Obwohl das so ist wird er als Heilpflanze kaum verwendet. Dabei kann man aus den Blättern sowohl Tee als auch eine Tinktur herstellen. Beide kann man innerlich und äußerlich anwenden.

Die Heilwirkungen reichen von antibakteriell, entzündungshemmend und harntreibend bis hin zu schmerzstillend. Dementsprechend kann man ihn z.B. einsetzen bei Schlaflosigkeit, Wunden, Ekzemen, Sodbrennen, Magenübersäuerung, Rheuma und Gicht.

Verwechslungsgefahr

Die besteht u.U. mit dem Gundermann, Wiesensalbei und der Kleinen Braunelle. Allerdings sind alle diese Wildkräuter ebenfalls essbar und nicht giftig. Wie immer gilt beim Sammeln: Niemals ohne Bestimmungsbuch und wenn Du nicht ganz sicher bist – Finger weg!

Aberglaube

Es gibt alte Erzählungen laut derer ein Gewitter kommt wenn man einen Günsel achtlos abreißt. Dieser Aberglaube geht auf die Germanen zurück. Denn bei ihnen war alles, was blau war dem Donnergott Thor geweiht. Riss jemand eine „seiner“ Blumen grundlos ab und entweihte sie damit erzürnte ihn das so sehr, dass er seinen Hammer Mölnir schwang. Und so strafte er jeden der dies wagte mit einem fürchterlichen Gewitter.

Verwendung in der Küche

Blätter, Stengel und Blüten des Günsels kannst Du verwenden. Sein Geschmack ist dem von Chicoreé ähnlich, also bitter und herb. Die jungen Blätter und Blüten eignen sich als würzige Zutat im Salat. Generell kann man Speisen mit den Blättern würzen. Ob Du das möchtest hängt natürlich davon ab wie sehr Du den Geschmack magst. Einfach ausprobieren! Davon abgesehen findet der Günsel allerdings kaum Verwendung in der Küche.

Wusstest Du schon, dass…

…der kriechende Günsel seinen Namen den beblätterten Ausläufern verdankt die er bildet? Sie wachsen kriechend über den Boden und bewurzeln einige Meter von er eigentlichen Pflanze entfernt.

Wichtiger Hinweis: Bitte beachte, dass mein Wissen keinen Besuch beim Arzt ersetzt! Falls Du ernsthafte oder unklare Beschwerden hast, nimm unbedingt ärztliche Hilfe in Anspruch!


Kennst Du den Günsel? Welche Erfahrungen hast Du mit ihm gemacht? Verrate es uns gern in den Kommentaren!

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