Tomate – Königin der Vielfalt

Geschichte

Die Tomate kann auf eine lange Geschichte zurückblicken und hat in deren Verlauf viele Namen bekommen. Paradiesapfel, Paradeiser, goldener Apfel, Wolfspfirsich oder auch Liebesapfel. Die Heimat der Tomate liegt in Süd- und Mittelamerika.

Bevor sie von Christoph Kolumbus gegen Ende des 15. Jahrhunderts nach Europa gebracht wurde, war sie zumindest den Atzeken sowie Maya bereits bekannt und wurde von ihnen angebaut. Dies war wohl schon 200 v. Chr. der Fall. Auch bei Ausgrabungen wurden Samen gefunden was ihre lange Kulturgeschichte bestätigt. die Azteken nannten sie zuerst Xitomatl und später nur noch tomatl. Xitomatl bedeutet übersetzt so viel wie „anschwellen“ und bezog sich wohl auf die pralle Form der Tomate. In Europa angekommen weckte sie bei den Menschen lediglich Argwohn weil sie zur selben Pflanzenfamilie wie die Tollkirsche und der Stechapfel gehörte. Beide sind giftig und früher sah man sie als „Hexengewächse“ an. So betrachtete man die Tomate lange Zeit nur als obskure Zierpflanze. Tatsächlich waren es die Italiener die sich als Erstes trauten die Tomate in der Küche zu verwenden. Ihr Mut wurde belohnt und sie fanden sehr schnell Gefallen an der saftigen und wohlschmeckenden Frucht. Im 18. Jahrhundert wurde sie bereits feldmäßig angebaut. Nur in Deutschland dauerte es dagegen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts bis die Deutschen die Tomate wirklich als Lebensmittel akzeptierten. Im 20. Jahrhundert dann aber begann die Tomate ihren Siegeszug über die ganze Welt.

Interessant zu wissen ist übrigens, dass der Durchschnittsdeutsche heutzutage mehr als 20 kg Tomaten pro Jahr verzehrt.

Gesundheit

Tomaten bestechen nicht nur durch die unterschiedlichsten Farben und Formen sondern auch durch ihren hohen Gesundheitswert. Sie besteht zu 94% aus Wasser was sie ideal für eine gesunde Ernährung macht. Bei einem niedrigen Kaloriengehalt ist die Tomate dennoch reich an Vitaminen wie B1, B2, B6, C, Folsäure, Carotin, Mineralstoffen und Fruchtsäuren. Außerdem liefert sie unter anderem auch Ballaststoffe, Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen und Phosphor. Der regelmäßige Genuss von Tomaten verringert außerdem das Krebsrisiko, wirkt blutreinigend hilft gegen Arterienverkalkung, stärkt das Immunsystem, fördert die Verdauung und senkt den Cholesterinspiegel. Sogar die Gefahr eines Schlaganfalls kann sie dank ihres hohen Lycopingehalts um ganze 55% reduzieren. Auch falls Du etwas Gutes für Deine Figur tun willst eignet sich die Tomate. Sie ist mit 19 Kalorien auf 100 Gramm ein echter Gewinn für Dich. Lauter gute Gründe also der Tomate öfter mal einen Platz auf Deinem Teller zuzugestehen.

Vorsicht dagegen ist bei grünen, unreifen Tomaten geboten. Dass liegt am enthaltenen giftigen Solanin das in größeren Mengen zu Übelkeit, Atemnot und Bewusstlosigkeit führen kann.

Aberglaube

Die Tomate führte lange Zeit ein Schattendasein und genoss gerade im Mittelalter einen eher zweifelhaften Ruf. So glaubten die Menschen damals beispielsweise Tomaten zu essen erzeuge Liebeswahnsinn.

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde die Tomate daher noch nicht als Nahrungsmittel verwendet. Das Misstrauen ihr gegenüber rührte nicht nur von schlichtem Unwissen sondern auch daher, weil die Tomatenpflanze im Aussehen der Schwarzen Tollkirsche ähnelte, deren Gift tödlich ist. Auch deshalb wurden Tomaten damals als schöne, aber gefährliche Früchte angesehen.

Verwendung fand sie wegen ihrer intensiven Farbe und der prallen Form als Zierpflanze. Die Früchte arrangierte man gerne als Dekoration auf einer Schale.

Tatsächlich kamen im Laufe der Zeit in höheren gesellschaftlichen Kreisen mehrfach Aristokraten nach dem Verzehr von Tomaten ums Leben da Tomaten lange Zeit nur dem Adel und hohen Bürgern vorbehalten waren. Natürlich gab man den Früchten die Schuld am Tod der Aristokraten. Erst sehr viel später stellte sich heraus, dass die Gefahr von den Schalen ausging, auf denen die Tomaten gelegen hatten.

Damals bestanden diese nämlich aus bleihaltigem Hartzinn und durch die säurehaltigen Tomaten entstand eine chemische Reaktion, bei der das Blei in die Frucht gezogen wurde. Die Aristokraten starben letztlich also an einer Bleivergiftung.

Interessant daran ist, dass die einfache Bevölkerung ihr Geschirr aus Materialien wie Holz fertigte und daher von dem Risiko einer Bleivergiftung verschont blieb.

Einer unbestätigten Geschichte nach soll es sogar einmal einen Mann gegeben haben der mehrere Tomaten in der Öffentlichkeit verspeiste um derlei Aberglauben zu widerlegen. Ob er damit Erfolg hatte, weiß niemand.

Küche

Erst kürzlich fragte mich mein sechsjähriger Neffe was man mit Tomaten denn eigentlich alles machen könnte außer Salat und Ketchup. Eine gute Frage!

Tatsächlich können sie viel mehr als nur Deinen Salat verfeinern oder als Ketchup Deine Pizza perfektionieren.

Du kannst sie roh essen, braten, trocknen, pürieren, und, und, und. Sie lassen sich zu Saucen verarbeiten, Suppen, Tomatenmark und Salaten.

Sie finden Verwendung als Pizzabelag, als Zutat für Eintopf und Aufläufen, als Brotbelag oder als gesunder Saft.

Wie immer findest Du am Ende des Artikels ein leckeres Rezept. Viel Spaß beim Ausprobieren!


Wie steht es mit Dir? Wie genießt Du Tomaten am liebsten? Hast Du ein Lieblingsrezept? Rein damit in die Kommentare!

 

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Vegane Tomaten-Quiche
Portionen
Zutaten
Teig
Füllung
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Zutaten
Teig
Füllung
Rezept Hinweise
  1. Verarbeite alle Teigzutaten zu einem glatten Teig und lasse ihn anschließend abgedeckt 30 Minuten im Kühlschrank ruhen.
  2. Für die Füllung wasche zuerst die Tomaten, trockne sie ab, halbiere sie und stelle sie dann erst mal zur Seite.
  3. Anschließend püriere den Seidentofu mit dem Öl, der Speisestärke, dem Salz und den Gewürzen zu einer cremigen Masse.
  4. Wasche die frischen Kräuter, hacke sie fein und rühre sie in die Füllung ein.
  5. Rolle den Teig auf einem großen Stück Backpapier auf die Größe einer Quiche-Form aus und lasse ihn dann mit dem Backpapier in die Quiche-Form gleiten.
  6. Drücke den Teig an der Form fest an, besonders am Rand.
  7. Backe sie bei 200° Grad Ober-/Unterhitze 10 Minuten vor.
  8. Verteile jetzt die Füllung auf dem Teig. Lege die halbierten Tomaten mit der Hautseite nach unten. So verhinderst du, dass die Tomaten die Quiche aufweichen.
  9. Backe die Quiche für weitere 20 Minuten bei 200° Grad.
  10. Drehe die Temperatur danach auf 175° Grad herunter und backe die Quiche weitere 15 Minuten.
  11. Lasse die Quiche vor dem anschneiden 10 Minuten ruhen.
  12. Lass es Dir schmecken!
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