Spargel – beliebter Klassiker

Jedes Jahr freuen sich unzählige Menschen auf die Spargelsaison. Zu Recht! Denn Spargel bereichert Deine Küche und belohnt Dich mit einer reichen Ernte, wenn Du geduldig bist.

Der Spargel ist eine mehrjährige Staude die mithilfe von Rhizomen (=unterirdischen Wurzelausläufern) überwintert. Diese treiben im Frühjahr Sprossen die bei uns als Spargel geerntet werden. Ist er abgeerntet bilden die übrigen Sprossen das fiedrige Spargelkraut aus. Nur die weiblichen Spargelpflanzen tragen später die für Menschen giftigen, roten Beerenfrüchte. Für Vögel dagegen sind die Beeren keineswegs giftig – sie fressen die Beeren gerne wegen ihres Fruchtfleisches. Die Samen scheiden sie unverdaut wieder aus und tragen so zur deren Verbreitung bei.

Kulturgeschichte

  

Der Spargel umfasst etwa hundert Arten. Die Wildform kannte man bereits bei den Griechen und Römern als Heilpflanze. Der griechische Arzt Hippokrates beispielsweise nutzte die Wurzel des Spargels und gewann daraus eine stark harntreibende Medizin. Sogar bei ägyptischen Ausgrabungen bei der Stufenpyramide von Sakkara entdeckte man in tönernen Gefäßen Spargelreste. Doch spätestens die Römer legten Spargelkulturen an. Im Buch „De agri cultura“ vom römischen Feldherr und Geschichtsschreiber Cato der Ältere finden sich genaue Beschreibungen des damaligen Anbauverfahrens. Laut Überlieferung soll selbst Kaiser Augustinus ein großer Spargelliebhaber gewesen sein. Es heißt er hätte seinen Befehlen mit den Worten „…citius quam asparagus coqunatur“ Nachdruck verliehen. Übersetzt bedeutet das soviel wie „…und zwar schneller, als der Spargel zum Kochen braucht“. Im 16. Jahrhundert wurde der Spargel zumindest in den Königshäusern auch in der Küche verwendet. Seinen wahren Siegeszug trat er aber erst Ende des 19. Jahrhunderts an, als er in Dosen konserviert werden konnte. In dieser Zeit hat auch der weiße Spargel seinen Ursprung da man nur durch Zufall entdeckte, dass er sich bleichen ließ und dadurch zarter wurde. Während der beiden Weltkriege verschwand der Spargel in Deutschland dann fast vollständig da er kaum Nährwert vorzuweisen hatte und daher als Sattmacher nicht taugte. Seit die Kriege aber vorbei sind erlebt der Spargel einen Aufschwung, der bis heute anhält.

Aussaat/Pflanzung

Spargel kannst Du im Frühling entweder aus Samen selbst ziehen oder, wenn Du die schnellere Variante bevorzugst, vorgezogene Wurzelstücke einpflanzen. Die Pflanzzeit für den Spargel ist von März bis Mai.

Er bevorzugt einen sonnigen Platz und einen leichten, nährstoffreichen Boden. Die Voraussetzung für ein optimales Wachstum bieten sandige Böden da sie wasserdurchlässig sind und sich schnell erwärmen.

Je nachdem ob Du weißen oder grünen Spargel pflanzen möchtest, legst Du einen 30 cm oder 10 cm Pflanzgraben an. Zwischen den Wurzelstöcken sollten 50 cm Platz bleiben damit sich die Wurzeln zu allen Seiten ausbreiten können. Danach füllst Du den Pflanzgraben mit Erde auf und mischst organischen Dünger (z.B. reifer Kompost) unter. Im zweiten Jahr braucht der Spargel wieder eine Frühjahrsdüngung. Wenn Du Bleichspargel ernten möchtest musst Du jetzt rund um die Pflanzen einen 30-40 cm hohen Erdwall anlegen. Bei Grünspargel kannst Du das auslassen. Im dritten Jahr darfst Du dann die Ernte genießen und Dich über Deinen eigenen Spargel freuen!

Pflege

Spargel stellt keine allzu hohen Pflegeansprüche. Im ersten Jahr solltest Du besonders darauf achten die jungen Spargelpflanzen regelmäßig zu gießen. Außerdem ist es wichtig das Beikraut zu jäten und damit die Beete sauber zu halten.

Ernte

Die Ernte beginnt in der Regel gegen Ende April und endet traditionell am 24. Juni (Johanni). Die Zeit danach nutzen die Spargelpflanzen zur Regeneration für das nächste Erntejahr. Bilden sich in der Erde rund um den Spargel kleine Risse, kannst Du ihn ernten. Lege dafür am besten die Erde um den Spargel herum frei, das erleichtert Dir die Arbeit. Umfasse den Spargelkopf, fahre mit Deinem Stechmesser längs an der Spargelstange herunter und schneide sie ab. Decke Deinen frisch geernteten Spargel unbedingt mit einem Tuch o.Ä. ab um eine Austrocknung zu verhindern. Denke auch daran die offenen Löcher im Erdwall wieder zu schließen.

Mischkultur

Auch unter den Pflanzen gibt es gute und schlechte Nachbarn. Für den Spargel eignen sich u.a. Dill, Erbsen, Petersilie und Ringelblume.

Inhaltsstoffe

Spargel besteht zu über 93 Prozent aus Wasser und ist sehr kalorienarm. Zu seinen Inhaltsstoffen gehören dennoch Kalium und Vitamin C. Seinen typischen Geschmack verdankt der Spargel übrigens dem sogenannten Asparagin, einer nicht essenziellen Aminosäure die zur Behandlung chronischer Müdigkeit eingesetzt wird.

Sorten

D’Argenteuil hative

Diese alte Marktsorte stammt aus Argenteuil, einem kleinen Dorf in der Nähe von Paris mit traditionellem Spargelanbau. Man findet sie aufgelistet im Samenkatalog bei Wyss von 1888-1910. Bereits um 1750 waren die ersten Spargelsorten aus Argenteuil bekannt. D’Argenteuil hative‘ ist eine aromatische und wohlschmeckende frühe weiße Sorte, mit einem rosa bis violett farbigem Kopf.

Von Hoerdt

Dies ist eine alte Lokalsorte die von Pfarrer Heiller 1872 im Elsass eingeführt wurde. Nach und nach gewann der Spargelanbau dort an Bedeutung.

‚Von Hoerdt‘ hat leicht violett überzogene Köpfchen und kann sowohl als Grün- wie auch als Bleichspargel geerntet werden.

Zum Schluss hier noch ein leckeres Spargelrezept für Dich. Viel Spaß beim Ausprobieren!

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Magst Du den weißen oder grünen Spargel lieber? Hast Du Spargel vielleicht sogar schon selbst angebaut? Erzähl mir davon! Ich freue mich auf Deinen Kommentar.

 

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Ofenspargel
Portionen
Zutaten
Portionen
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Anleitungen
  1. So geht's: Nimm für dieses Rezept am besten Spargelstangen die etwa 1-1,5 cm dick sind. Schäle den Spargel gründlich und schneide die Enden ab. Heize den Ofen auf 200° Umluft vor. Lege zwei Bögen Alufolie übereinander und gib jeweils einen halben Teelöffel Butter darauf. Darauf legst Du 8-10 Stangen Spargel. Im Zweifelsfall mache lieber ein „Päckchen“ mehr, da es sonst passieren kann das der Spargel nicht gut gegart wird. Bestreue die Spargelstangen anschließend mit einem halben Teelöffel Zucker und einer ordentlichen Prise Salz. Danach verschließe den ersten Bogen Alufolie über den Spargelstangen und falte die Seiten locker nach oben um. Tue dasselbe mit dem zweiten Bogen Alufolie. Lege Deine „Spargelpäcken“ auf den Rost im Ofen und lasse sie für etwa 40-50 Minuten darin. Ob der Spargel gar ist, weißt Du wenn sich das Päckchen beim Anheben etwas biegt, denn dann ist der Spargel weich und bereit zum Verzehr.
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1 Kommentare

  1. Liebe Manu,

    danke für diese schönen Einblicke in die Welt des Spargels. Ich liebe Spargel. Hier noch eine kleine Rezeptvariation:
    Grünen Spargel (den schäle ich nicht, sondern wasche ihn nur) in Alufolie leicht salzen, getrocknete Tomaten klein schneiden und darüber verteilen, frischen Zitronenthymian dazu geben und ein wenig Olivenöl darüber tröpfeln. Bei 200 Grad Umluft etwa 15 – 20 Minuten.

    Ich liebe Spargel aus dem Ofen. Ich finde ihn dann noch aromatischer.

    Ganz liebe Grüße Michaela

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