Pastinake – das fast vergessene Wurzelgemüse

Die Pastinake ist in Europa heimisch und trägt viele weitere Namen wie Hammelkarotte, Moor- und Germanenwurzel oder auch Pastenak. Ihres sehr ähnlichen Aussehens wegen wird sie leicht mit der Wurzelpetersilie verwechselt. Dabei kann die Pastinake eine Geschichte vorweisen die ihren Anfang schon in jungsteinzeitlichen Siedlungen nahm.

Geschichte

Die Pastinake gilt als eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Inzwischen muss man aber zwischen der kultivierten und der wilden Pastinake unterscheiden. Der Unterschied ist allerdings nur daran zu erkennen, dass die Wildpflanze eine dünnere Wurzelrübe hat. Einen ersten Aufschwung erfuhr die Pastinake dann ca. 42 v. Christus und zwar durch den römischen Kaiser Tiberius. Dieser ließ die Rübe regelmäßig aus Germanien importieren um seine Gäste und sich selbst von seinen Köchen mit, für die damalige Zeit, außergewöhnlichen Gerichten verwöhnen zu lassen.

Zwar finden sich bis ins 17. Jahrhundert immer wieder schriftliche Aufzeichnungen über verschiedene Wurzelgemüse aber man kann trotzdem nicht mit Sicherheit bestimmen welchen kulinarischen Stellenwert die Pastinake nun tatsächlich inne hatte. In Frankreich allerdings gab es bereits Ende des 14. Jahrhunderts Kulturanweisungen für die Pastinake. Bei uns in Deutschland war wohl im 16. Jahrhundert Hieronymus Bock derjenige der die Pastinake zuerst mit in sein Werk aufnahm und abbildete. Bei ihm hießen sie allerdings „Pestnachen“ und wurden als „Bauernkost“ bezeichnet. Das mag an ihrem hohen Gehalt an Stärke und Zucker gelegen haben. Auch deshalb galt sie im 17ten und 18ten Jahrhundert als Grundnahrungsmittel ehe sie von der ertragreicheren Kartoffel abgelöst wurde.

Bei uns in Deutschland war sie Anfang des 20. Jahrhunderts dann nahezu völlig in Vergessenheit geraten. Nur in Ostpreußen und Schlesien fand man sie noch in den Küchen. Eine Renaissance erlebte sie dann in der 1990er Jahren durch den ökolögischen Landbau. Bis heute findet man sie nicht in jedem Discounter aber dafür auf den Bauernmärkten und in Naturkostläden.

Eine gewisse Ironie ihrer Geschichte ist ihr Verschwinden in Europa: 1609 gelangten mit europöischen Siedlern Pastinakensamen in die Neue Welt, wo sie sich großer Beliebtheit erfreuten und schließlich verwilderten. Im Gegenzug verdrängte die Kartoffel, die kurz davor von Südamerika nach Europa gelangte, zusammen mit der Karotte die Pastinake fast vollständig aus der Küche. In einem Bericht von 1845 heißt es, dass der Anbau von Pastinaken wegen der Kartoffel fast vollständig eingestellt wurde.

Sortenvielfalt

Die Pastinake kann keine so große Vielfalt wie beispielsweise Karotten und Kartoffeln vorweisen. Trotzdem gibt es viele interessante und auch alte Sorten. Dabei unterscheidet man allerdings zwischen Speise- und Futtersorten. Im Laufe der Zeit wurde die Wurzel allerdings kleiner gezüchtet weil sie so knackiger und das Fleisch weniger schwammig ist. Im 19. Jahrhundert galten übrigens die beiden Kanalinseln Guernsey und Jersey als Vorreiter in der Pastinakenzüchtung. Die großen, weniger aromatischen Pastinaken werden dagegen als Futter verwendet.

Gesundheit

Vergleicht man die Pastinake mit der Karotte so weist Erstere ein viermal höheres Gehalt an Fasern, Kalium und Vitamin C auf als Letztere. Außerdem enthält sie ätherische Öle, Magnesium, Phosphor und Folsäure. Damit ist sie ein wertvolles Nahrungsmittel für Schwangere. Außerdem enthält sie Inulin was sie für Diabetiker attraktiv macht. Die Volksmedizin sagte ihr eine potenzfördernde und appetitanregende Wirkung nach. Sie ist einfach ein ungemein gesundes Wintergemüse.

ABER: Wenn eine Berührung der Blätter und Sonnenlicht zusammenkommen kann es bei empfindlichen Menschen zu leicht schmerzhaften Ausschlägen führen.

Küche

Die Pastinake lässt sich roh verwenden. Genauso gut kannst Du sie allerdings auch kochen oder braten. Außerdem eignen sich die jungen Blätter und Stängelspitzen in geringen Mengen zum Würzen. Als Klassiker gilt in der englischen Küche „Mashed parsnips“ – ein Pastinakenpüree das sich wunderbar als Babynahrung eignet. Noch dazu kannst Du sogar die jungen Blätter ähnlich wie Petersilie verwenden. Also nicht wegwerfen!

Am Ende des Artikels gibt’s wie immer ein leckeres Rezept für Dich. Viel Spaß beim Nachkochen!


Kanntest Du die Pastinake schon oder hörst Du heute das erste Mal von ihr? Sag’s mir gern in den Kommentaren!

 

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Pastinaken-Süßkartoffelsuppe
Portionen
Zutaten
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Rezept Hinweise
  1. Würfle die Zwiebel.
  2. Schäle die Pastinaken und Süßkartoffeln und schneide sie in grobe Stücke.
  3. Brate jetzt die Zwiebeln mit dem Chilipulver in Olivenöl an und gib danach die Pastinaken und Süßkartoffeln dazu.
  4. Lösche das Ganze mit 500 ml Wasser ab und gib einen gestrichenen Teelöffel gekörnte Brühe dazu.
  5. Jetzt lasse es zugedeckt kochen, bis das Gemüse weich ist.
  6. Püriere alles, gib die Sahne dazu und erwärme es nochmals.
  7. Garniere die Suppe mit der Petersilie.
  8. Lass es Dir schmecken!
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