Ein „Unkraut“ stellt sich vor – Schafgarbe

Die Schafgarbe (Achillea millefolium) zählt zu den bekanntesten einheimischen Wildkräutern und findet sich daher auch häufiger in der Küche in allerlei leckeren Rezepten wieder. Ihr botanischer Name millefolium bedeutet so viel wie Tausendblatt. Bei ihren feinen Blättern ein überaus passender Name. Übrigens gibt es sie nicht nur mit den klassisch weißen Blüten sondern auch in herrlich intensivem gelb und orange, rosa und rot. Aber zuerst werfen wir mal einen Blick zurück auf ihren Anfang in der Geschichte.

Geschichte

Die Römer erwähnten die Schafgarbe zuerst in ihren Schriften. Dort wurde sie als Heilpflanze gegen viele Leiden aufgeführt. Tatsächlich stammt das Wort „Garbe“ aus dem Altdeutschen und bedeutet in etwa „gesund machen“. Das wussten schon die Hirten die ihren Schafen das Kraut nicht nur gegen Würmer zu fressen gaben sondern es auch selbst bei Verdauungsbeschwerden oder vorbeugend gegen Erkältungen zu sich nahmen. Daher ihr Name. Dabei trägt sie noch viele weitere wie Feldgarbe, Frauenkraut, Soldatenkraut und Bauchwehkraut oder Zimmermannskraut. Letzterer kommt daher, dass sich die Zimmerleute bei ihrer Arbeit auch große Wunden zufügten und zur Behandlung Schafgarbe verwendeten.

Heilkunde

Die Schafgarbe wirkt zwar recht unscheinbar aber schon der Volksmund wusste: „Schafgarb im Leib, tut wohl jedem Weib”. Daher verwundert es nicht, dass sie als Frauenkraut gilt.

Sie enthält unter anderem Flavonoide, Gerbstoffe, Saponine, Bitterstoffe und ätherisches Öl.

Außerdem wirkt sie blutstillend, blutreinigend und krampflösend. Sogar Hieronymus Bock erwähnte sie in seinem New Kreuterbuch. 

Dort schrieb er: Dis kraut ist einer widerwertigen natur. wo man das kraut zerknirscht und das auf die blutigen wunden gelegt, so gesteht das Blut. Damit ist schlichtweg ihre blutstillende Wirkung gemeint.

Sie findet z.B. Verwendung bei Menstruationsbeschwerden, Gicht, Rheuma, Fieber, Asthma, Ekzemen, Bluthusten, Hämorrhoiden, Masern und Herzbeschwerden.

Und das ist nur ein kleiner Auszug der Leiden bei denen sie Abhilfe schaffen kann.

Eine wahre Wunderwaffe also!

Aberglaube

Laut einer Legende soll die Schafgarbe aus den rostigen Spänen des Speeres von dem griechischen Helden Achilles entstanden sein. Sein Speer konnte sowohl verletzen als auch heilen. Mithilfe der Schafgarbe gelang es ihm angeblich auch viele seiner Mitstreiter im Trojanischen Krieg zu heilen. Die Heilkräfte der Schafgarbe zu nutzen hat Achilles, der Legende nach, von dem Zentauren Chiron gelernt.

Eine andere Sage behauptet es sei die Liebesgöttin Aphrodite selbst gewesen die Achilles die Schafgarbe auf seine Wunde gelegt und diese so geheilt habe.

In Irland erzählt man sich das Schafgarbe die erste Pflanze gewesen sei die Jesus als Kind gepflückt habe. Deshalb soll sie Glück bringen.

Aber ganz besonders im Mittelalter sagte man der Schafgarbe alles Mögliche und Unmögliche nach.

Dem Teufel hängte man beispielsweise eine Zähllust an und die tausenden kleinen Blätter der Schafgarbe sollten ihn dazu verleiten, ihr zu verfallen. Und weil er sich bei den feinen Blättchen ständig verzählte, vergaß er darüber völlig seine üblen Vorhaben in die Tat umzusetzen.

In Liebesdingen sollte Schafgarbe dagegen in der Lage sein gebrochene Herzen zu trösten und zu heilen.

Junge Mädchen hängten sich einen Zweig an die Augenlider weil, so glaubten die Menschen, sie dann sehen könnten wer gerade an sie denkt.

Ein etwas gruseliger Aberglaube war der, dass eine Frau von ihrem Zukünftigen träumt wenn sie bei Vollmond eine Schafgarbe vom Grab eines jungen Mannes pflückt und unter ihr Kopfkissen legt.

Schafgarbe im Brautstrauß sollte dafür sorgen, dass die Liebe wenigstens sieben Jahre hält.

Und auch wenn man wissen wollte ob der Partner einen wirklich liebte wusste der Volksmund Abhilfe.

Demnach sollte man sich mit Schafgarbe in der Nase kitzeln und folgenden Satz sagen: „Garbe, oh Garbe, bei diesem sanften Hieb Nase, so blute, wenn mein Schatz mich liebt“.

Die Kirche dagegen schrieb sie dem heiligen Johannes zu. So wurde sie am Vorabend des Johannistages um Häuser und Kirchen gepflanzt um böse Geister und Krankheiten abzuwehren.

Später dann, zu Zeiten der Hexenverfolgung, behauptete die Kirche Hexen würden die Schafgarbe ihren Zaubertränken zugeben und und für Zauberformeln verwenden.

Früher wuchs die Schafgarbe wohl besonders oft und üppig an Friedhöfen. Die Menschen erklärten sich dies damit, dass sie die Toten daran erinnerten zu ihren Lebzeiten zu wenig Schafgarbe zu sich genommen zu haben.

Verwendung in der Küche

Tee, Likör, Limonade, Wildkräuteraufstrich, Suppe, Pesto, und, und, und.

All das und noch viel mehr kannst Du aus der Schafgarbe zaubern.

Den Tee beispielsweise bekommst Du entweder in der Apotheke oder Du bereitest ihn selbst zu. Dafür brauchst Du eine Handvoll Schafgarbenkraut das Du mit heißem Wasser übergießt, zehn Minuten ziehen lässt und dann nur noch genießt.

Zum Abschluss habe ich noch ein leckere Limonadenrezept für Dich das perfekt für heiße Tage geeignet ist.

Viel Spaß beim Ausprobieren!


Hast Du schon Rezepte mit der Schafgarbe ausprobiert? Oder weißt Du erst jetzt wie vielfältig die Schafgarbe ist? Hinterlass mir einen Kommentar!

 

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Schafgarbe-Limonade
Portionen
Zutaten
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Zutaten
Rezept Hinweise
  1. Spüle die Blüten kurz mit Wasser ab.
  2. Löse den Zucker im Wasser auf.
  3. Jetzt gib die Blüten zusammen mit der in Scheiben geschnittenen Zitrone ins Zuckerwasser und lasse es 12 Stunden ziehen.
  4. Gekühlt servieren und genießen!

 

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2 Kommentare

  1. Ein wundervoller Artikel liebe Manu. Da geht mein Herz auf, denn ich liebe die Schafgarbe. ❤ Ich empfehle sie am meisten bei Menstruationsbeschwerden als Tee, aber auch als warmen Wickel für den Bauch. Und als Leberwickel bei Verdauungsbeschwerden, begleitend bei Fastenkuren und bei Einschlafstörungen.
    Die Schafgarbe ist einfach toll!
    Ganz liebe Grüße Michaela

    • Danke Michaela!
      Super, dass Du die Schafgarbe schon so vielseitig einsetzt.
      Ich trinke bei Menstruationsbeschwerden eigentlich immer Frauenmanteltee aber Schafgarbe werde ich das nächste Mal auch mal ausprobieren.
      Ein wahres Wunderkraut – und so hübsch noch dazu.

      Liebe Grüße
      Manu

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