Ein „Unkraut“ stellt sich vor – Labkraut

Wenn Du Dich etwas genauer auf einer Wiese umsiehst wirst Du es mit ziemlicher Sicherheit auch entdecken – das Labkraut. Fasst Du es an kannst Du dann auch leicht feststellen ob es sich um das Wiesen- oder Klettenlabkraut handelt. Letzteres hat seinen Namen völlig zu Recht denn es bleibt an Dir hängen wie eine Klette. Das liegt an den kleinen Widerhaken die sich am Labkraut befinden. Außerdem ist es eine Verwandte des Waldmeisters.

Geschichte

Vom Volksmund bekam das Labkraut Namen wie Bettstroh, Liebfrauenstroh, gelbes Käselab, Magerkraut und Sternkraut. Es wächst besonders häufig an Waldrändern, auf trockenen Wiesen und an Hängen. Heimisch ist es in den gemäßigten Zonen in Europa und kann bis zum einem Meter hoch werden. Die Blüten sind (je nach Art) gelb oder weiß und erscheinen von Mai bis September. Ernten lässt es sich das ganze Jahr über und zu verwenden sind Blätter, Blüten, Samen und Triebe. Das Labkraut ist außerdem eine wichtige Nahrungspflanze für über 40 Insekten.

Bereits die alten Germanen kannten und schätzten das Labkraut. So gewannen sie aus den Blüten gelben Farbstoff und aus den Wurzeln roten Farbstoff.

Dioscurides beschrieb das Labkraut als Mittel gegen Brand, Blutungen und Müdigkeit.

1543 führte Leonhard Fuchs das Labkraut unter „Unser Frawn wegstro“ in seinen Schriften auf. Der Name deutet darauf hin, dass es ein altgermanische Frauenpflanze war.

Hieronymus Bock nannte es Megerkraut und erwähnte es (ins Badewasser gegeben) als Mittel bei Hautkrankheiten.

Heilkunde

Einige Inhaltsstoffe des Labkrauts sind u.a. Ätherische Öle, Labenzym, organische Säuren, Fette und Vitamin C. Es lässt sich sowohl innerlich als auch äußerlich anwenden. Beispielsweise als Tinktur oder Tee. Dieser kann eine Heilung bei leichten Depressionen, Unruhezuständen, Durchfall, Magen-Darm-Koliken und hohen Cholesterinwerten unterstützen. Labkraut wirkt adstringierend, harntreibend, gallentreibend, krampflösend und wundheilend. Auch deshalb wurde es früher häufig bei sehr schlecht heilenden Wunden eingesetzt.

Aberglaube

Die Germanen ordneten das Labkraut der Göttin Freya zu. Sie galt als Schützerin der Ehe und Geburt. Deshalb legte man Labkraut einer Gebärenden zur Erleichterung der Geburt ins Bett. Einer rheinischen Sage nach soll der tägliche Genuss von Labkraut die Sterbestunde weit hinauszögern. Außerdem, so glaubt der Volksmund, besitzt es eine krebsbekämpfende Wirkung. Früher wurden zudem Labkrautsträuße zum Schutz vor dem Bösen im Haus aufgehängt. Bei Schlafstörungen soll ein aus Labkraut geflochtener und unter das Kissen gelegter Kranz Abhilfe schaffen.

Verwendung in der Küche

Die jungen Triebe und Blätter des Labkrauts schmecken wie eine Mischung aus Kopf- und Rucolasalat.

Daher eignen sich Blätter und Stängel gut für den Salat. Die Blüten kannst Du als tolle und würzige Dekoration verwenden.

Interessant ist übrigens, dass man die Samen getrocknet und geröstet als Kaffee-Ersatz verwenden kann.

Wusstest Du schon, dass…

…das Labkraut seinen Namen dem sogenannten Inhaltsstoff Labferment verdankt das es produziert? Mithilfe dieses Ferments kann man die Gerinnung von Milch erreichen. Schon die alten Griechen nutzten dieses Wissen indem sie aus Labkraut Siebe flochten, durch die sie die Milch gossen, um daraus Käse herzustellen.


Welche Erfahrungen hast Du bisher mit Labkraut gemacht? Hättest Du vermutet, dass es so vielfältig verwendbar ist? Verrate es mir gerne in den Kommentaren!

 

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