Ein „Unkraut“ stellt sich vor – Bärlauch

Der Bärlauch dürfte eines der bekanntesten und beliebtesten Wildkräuter überhaupt sein. Trotzdem ist er in vielen Gärten nicht gerne gesehen da er sich explosionsartig ausbreitet.

Aber wo kommt der Bärlauch eigentlich her? Um diese Frage zu beantworten werfen wir zunächst einen Blick zurück…

Geschichte

Obwohl archäologische Funde beweisen, dass der Bärlauch bereits in der Jungsteinzeit bekannt war und verwendet wurde stand und steht er seit jeher im Schatten von seinen Verwandten Knoblauch und Küchenzwiebel. Im Gegensatz zu ihnen stammt er jedoch ursprünglich aus Mitteleuropa. Schon bei den Germanen galt er als Reinigungs- und Stärkungskraut.

Nicholas Culpeper, ein bedeutender englischer Heilkundiger, empfahl den Bärlauch im 17. Jahrhundert bei „phlegmatischer Beschaffenheit des Körpers“. Laut ihm ist „der Gebrauch der Pflanze angezeigt, um Lunge und Darm zu öffnen, Asthma zu bekämpfen und mit Blähungen verbundene Koliken zu lindern“.

Im Kräuterbuch des Tabernaemontanus von 1625 fand er ebenfalls Beachtung.

Dort wird dem „Waldt Knoblauch in seiner ganzen Substanz ein übler starker Geruch und ein böser Geschmack“ nachgesagt. Und weiter: „Wenn das Vieh auf der Weide von dem Kraut frisst, dann schmecken Milch und Butter so stark nach Knoblauch, dass dieselbige nicht leichtlich kann genossen werden.“

Heilkunde

Was die gesundheitliche Wirkung angeht unterscheiden sich Bärlauch und Knoblauch nicht besonders voneinander. Nur in einem Punkt schlägt der Bärlauch seinen Verwandten. Und zwar enthält er viel mehr Schwefel. Dieser Stoff ist für den menschlichen Organismus wichtig, besonders aber für Menschen über 50 Jahre.

Bärlauch wirkt u.a. anregend, blutreinigend, entzündungshemmend, harntreibend und krampflösend.

Besonders heilsam wirkt er sich jedoch auf die Blutgefäße aus. Daher eignet er sich gut um Arteriosklerose vorzubeugen oder zu mildern. Als Teil einer Kur kann er außerdem Herzinfarkten und Schlaganfällen vorbeugen.

Hilfreich sein kann er zudem beispielsweise bei Husten, Fieber, Rheuma, Durchfall und Bluthochdruck sein.

Aberglaube

Im Mittelalter wusste man den Bärlauch zwar teilweise schon als Heilkraut zu schätzen doch der größte Teil der Bevölkerung brachte ihn aufgrund seines Koblauchgeruchs mit dem Teufel in Verbindung. Deshalb wurde er oftmals gemieden wo er hätte Linderung verschaffen können. Später zu Zeiten des Mittelalters hatte man ihn dann nicht nur als Heilpflanze (an)erkannt sondern nutzte ihn auch um Unheil abzuwehren.

Zudem gibt es ein altes Sprichtwort das folgendes besagt: Isst Du Knoblauch im März und Bärlauch im Mai, dann haben Deine Ärzte das ganze Jahr frei. Wahr oder nicht sei mal dahin gestellt.

Bärlauch sammeln – Achtung Verwechslungsgefahr!

Was viele Menschen vom Bärlauch sammeln abhält ist die Angst, ihn mit den giftigen Maiglöckchen und Herbstzeitlosen zu verwechseln.

Ganz einfach zusammengefasst:

Bärlauch – lederartige Blätter, matte Unterblattseite, Blätter eher nach unten hängend, starker Knoblauchgeruch, Blätter wachsen aus einem einzelnen Stängel, überlicherweise im Wald zu finden.

Maiglöckchen – glänzende Blattunterseite, immer zwei Blätter an einem Stiel, aufrecht stehend, geruchlos

Herbstzeitlose – steifere Blätter als der Bärlauch, mehrere Blätter aus einem Stiel, geruchlos, frühe Knospenbildung in der Mitte

Trotzdem gilt natürlich wie immer: Wenn Du Dir unsicher bist – Finger weg!

Alternativ kannst Du Dir auch jemanden suchen der sich schon auskennt und mit ihm oder ihr sammeln gehen.

Verwendung in der Küche

Bärlauchpesto

Bärlauchsalz

Wie so viele andere Wildkräuter ist auch der Bärlauch in der Küche vielseitig einsetzbar. Du kannst alle Pflanzenteile verwenden.

Die Bärlauchzwiebel kannst Du wie eine normale Frühlingszwiebel verwenden. Knospen, Blüten und Samen eignen sich wunderbar zum Dekorieren von Salaten und ähnlichem. Die Blattstiele lassen sich fein hacken, dünsten oder anbraten. In jedem Fall aber: genießen!

Aus den Blättern kannst Du z.B. Öl machen, Salz, Butter, Suppe und Pesto.

Beim Kochen verliert der Bärlauch allerdings etwas an Geschmack. Das mag dem einen gerade recht sein weil er es lieber mild mag. Falls Du nicht dazu gehörst: Einfach ein bisschen mehr Bärlauch verwenden.

Egal ob Du ihn nun sammeln gehst oder auf dem Bauernmarkt kaufst; verwende ihn möglichst frisch! Am besten ist es, Du verbrauchst ihn noch am selben Tag. Andernfalls lässt er sich auch 1-2 Tage im Kühlschrank lagern.

Wusstest Du schon, dass…

…der botanische Name des Bärlauchs Allium ursinum auf deutsch so viel heißt wie „für Bären geeigneter Knoblauch“? Das kommt daher weil die Bären ihn gerne fressen nachdem sie aus ihrem Winterschlaf aufgewacht sind.


Warst Du schon mal selbst Bärlauch sammeln? Hast Du Tipps oder ein leckeres Rezept parat? Dann rein damit in die Kommentare!

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