Ein „Unkraut“ stellt sich vor – Sauerampfer

Ebenso wie Löwenzahn und Giersch gehört auch der Sauerampfer zu den bekannteren heimischen Wildkräutern. Er fällt (wie schon sein Name verrät) durch seinen angenehm säuerlichen Geschmack auf der ihn von anderen Wildkräutern abhebt. Ich persönlich mag ihn sehr gerne!

Geschichte

Wie die meisten unserer Wildkräuter ist auch der Sauerampfer bereits seit dem Altertum bekannt. So verwendeten ihn beispielsweise bereits die Ägypter, Griechen und Römer um den Überfluss an fetten Speisen etwas auszugleichen. Auch bei Fieber kam er zum Einsatz. Zur Zeit des Mittelalters war der Sauerampfer vorallen Dingen auf den britischen Inseln weit verbreitet. Und ähnlich wie das Scharbockskraut aßen die Seefahrer auch den Sauerampfer um der Vitamin-C-Mangelkrankheit Skorbut vorzubeugen. Sein Vitamin-C Gehalt liegt deutlich über vielen anderen Kräutern.

Heilkunde

Der Sauerampfer enthält neben Vitamin C auch die Vitamine B1, B2, B6 und E. Außerdem Bitterstoffe und Gerbstoffe die eine blutreinigende und wassertreibende Wirkung haben.

Früher und auch heute noch wird Sauerampfertee zur Blutreinigung und Steigerung der Vitalität getrunken. Empfohlen ist hierbei eine Woche lang drei Tassen Tee täglich zu trinken. Nicht länger!

In alten Kräuterbüchern findet man noch Bezeichnungen wie Mengelwurz oder Sauwerampffer. In Aufzeichnungen aus dem Jahre 1590 von Pietro Andrea Mattioli wird der Sauerampfer bei Verstopfungen sowie Ohren- und Zahnschmerzen verwendet. Außerdem setzte man die Wurzeln bei Juckreiz ein.

Auch der berühmte Pfarrer Kneipp beschrieb den Sauerampfer als nützliches Heilmittel.

Selbst der griechische Arzt Dioskurides empfahl die Samen bei Durchfall. Heute schreibt man in der Volksheilkunde vorallem den Blättern eine abführende und harntreibende Wirkung zu. Darüber hinaus gelten sie ebenfalls als appetitanregend und verdauungsfördernd.

Sauerampfer ist aber auch vielen anderen Ländern bekannt wie Nordamerika, Lappland und im Jemen. Dort wird er u.a. zur Appetitanregung empfohlen sowie bei Halsschmerzen und Schluckbeschwerden verwendet. Die Indianer setzten ihn bei Durchblutungsstörungen ein.

Bei all seinen Heilwirkungen gibt es aber auch zwei Dinge zu beachten.

Der Sauerampfer enthält, genau wie Rhabarber, die sogenannte Oxalsäure. Es gilt bei beiden: Nach dem 24. Juni solltest Du keinen Rhabarber mehr ernten noch Sauerampfer sammeln. Ab dieser Zeit nimmt die Oxalsäure zu und verleiht beiden einen bitteren Geschmack der den Magen irritiert. Deshalb empfiehlt es sich, nur die jungen Blätter zu sammeln. Je älter die Blätter sind desto mehr verfärben sie sich ins rötliche. Während der Schwangerschaft solltest Du Sauerampfer nur sehr sparsam oder besser gar nicht verwenden. Außerdem solltest Du auch dann die Finger von ihm lassen wenn Du ein Nierenleiden hast.

Zweitens besteht Verwechslungsgefahr mit dem giftigen Ahornstab.

Links: Ahornstab
Rechts: Sauerampfer

Wie Du hier gut sehen kannst glänzen die Blätter des Ahornstabs und auch die Zipfel der Blätter sind etwas anders als die des Sauerampfers. Trotzdem gilt: Wenn Du Dir nicht sicher bist – Finger weg!

Verwendung in der Küche

Inzwischen erlebt der Sauerampfer eine regelrechte Renaissance. In Naturkostgeschäften gibt es ihn während der Saison zu kaufen.

Wenn Du ihn schon einmal gekostet hast weißt Du, dass er säuerlich und frisch schmeckt. Das macht ihn besonders attraktiv für Blattsalate. Alternativ lässt er sich wie Spinat zubereiten, zu Suppe verarbeiten oder bereichert Kräuterbutter und Kräuterquark. Übrigens ist er auch Bestandteil der berühmten Frankfurter Sauce.

Es empfiehlt sich den Sauerampfer immer frisch zu verwenden denn sein einzigartiger Geschmack geht beim Trocknen leider fast völlig verloren.

Wusstest Du schon, dass…

…der Sauerampfer im Glas eingelegt eine Spezialität in Russland ist?

 

Wichtiger Hinweis: Bitte beachte, dass mein Wissen keinen Besuch beim Arzt ersetzt! Falls Du ernsthafte oder unklare Beschwerden hast, nimm unbedingt ärztliche Hilfe in Anspruch!


Magst Du Sauerampfer oder schreckt Dich der säuerliche Geschmack eher ab? Verrate es mir gerne in den Kommentaren!

2 Kommentare

  1. Annabelle

    Hast du eingelegten Sauerampfer schon mal probiert? Oder sogar ein Rezept dafür? Klingt interessant, das würde ich gerne mal testen 🙂

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