Verschiedene Gartenerden und ihre Verwendung – eine Übersicht

Kaum, dass die Sonne sich im Frühjahr zeigt und die ersten Wiesenblumen sprießen stellt sich die Frage: welche Gartenerde? Und wofür?

Denn: Gartenerde ist nicht gleich Gartenerde.

Im Baumarkt oder auch Gartencenter stehst Du vor dem Regal und bist überfordert von der schieren Auswahl.

Da gibt es Gartenerde mit Torf, ohne Torf, Aussaaterde, Topferde, Pflanzerde, Universalerde, Komposterde, Graberde, Spezialerde, Hortensienerde, Rosenerde, Balkon- und Kübelpflanzenerde, Hochbeeterde, Erde mit und ohne Kokosfasern, Blumenerde mit NPK, Rasenerde, und, und, und.

Vielleicht fragst Du Dich, ob eine derart große Vielfalt bei den Erden überhaupt nötig ist oder nur für überflüssige Verwirrung sorgt. Manche davon bräuchte es vielleicht tatsächlich nicht aber im Grunde ist es doch sinnvoll, dass es so viele gibt.

Samen und Jungpflanzen haben z.B. ganz andere Ansprüche an eine Gartenerde als ausgewachsene Pflanzen. Und diese haben wiederum ganz andere Ansprüche als Pflanzen die einen sauren Boden brauchen wie Rhododendron.

Um Dir einen ersten Überblick zu verschaffen habe ich Dir im Folgenden einige Erden und ihre Verwendung aufgeschrieben.

Normale Gartenerde/Universalerde/Pflanzerde

Normale Gartenerde ist ein industriell hergestelltes humusreiches Substrat. Es eignet sich für ein schnelles und gesundes Wachstum Deiner Pflanzen. Sie ist NICHT geeignet für Samen, Stecklinge und Jungpflanzen.

Komposterde

Komposterde ist Gartenerde, die mit Kompost vermischt ist. Sie eignet sich zur Düngung, der Schädlingsabwehr und der Bodenverbesserung. Für die Aussaat ist sie dagegen allerdings nicht geeignet. Dafür gibt es spezielle Erde. Komposterde enthält 2-3 % Stickstoff, 2-3 % Phosphor und 1-3 % Kalium. Dies sind die drei Hauptnährstoffe (NPK) die jede Pflanze braucht, um zu wachsen.

Aussaaterde/Pikiererde/Anzuchterde

Wenn Du Stecklinge ziehen oder Samen aussäen willst brauchst Du Aussaaterde, Anzuchterde oder Pikiererde. Diese wird durch Hitze sterilisiert, sodass sie frei von Schadstoffen und Bakterien ist. Auf diese Art können Deine empfindlichen Stecklinge oder Sämlinge in Ruhe wachsen ohne, dass sie von Sämlingskrankheiten oder Schädlingen dabei beeinträchtigt werden. Wenn Du eine andere Erde verwendest, besteht die Gefahr, dass die Sämlinge wegen eines zu hohen Salzgehaltes verbrennen.

Blumenerde

Blumenerde wird von vielen Leuten für alles mögliche im Garten verwendet. Gerade auch weil sie im Gegensatz zu Spezialerden wie Anzucht- und Komposterde verführerisch billig ist. Der Preis schlägt sich dann allerdings oftmals in der Qualität nieder. Ich persönlich rate Dir immer zu den passenden Erden die genau auf die Bedürfnisse der Samen, Stecklinge, Jungpflanzen oder ausgewachsenen Pflanzen zugeschnitten sind. Das hat durchaus seinen Sinn. Sicherlich kann Blumenerde auch funktionieren. Wie Du das handhaben möchtest bleibt dabei aber selbstverständlich Deine Entscheidung.

Hochbeeterde

Diese Erde kannst Du als oberste Deck- und Pflanzschicht in Deinem Hochbeet verwenden. Sie garantiert laut Hersteller eine milde und ausgewogene Nährstoffversorgung Deiner Pflanzen für 2 bis 5 Wochen. Ich selbst habe sie noch nie ausprobiert, werde das aber auf jeden Fall dieses Jahr machen.

Woran erkennst Du gute Erde?

Öko-Test hat herausgefunden, dass der Preis nicht automatisch auch etwas über die Qualität der jeweiligen Erde aussagt. Teuer ist also nicht zwingend besser. Günstige Erde vom Supermarkt hat beispielsweise genauso gut abgeschnitten wie die teurere von Markenherstellern.

Da hilft nur ausprobieren bis Du Erden gefunden hast, mit denen Du zufrieden bist.

Qualitativ hochwertige Erde ist feinkrümelig, nicht zu feucht und erinnert vom Geruch her an Waldboden. Wird die Erde dagegen nach dem Gießen klumpig und bildet eine Kruste, kannst Du davon ausgehen das Du es mit Billigware zu tun hast.

Wenn Du Dir trotzdem unsicher bist welche Erde nun die passende für Deine Pflanzen ist kannst Du natürlich immer bei Mitarbeitern oder direkt in Gärtnereien nachfragen.

Warum Du torffreie Erde verwenden solltest

Torffeld in Irland

Wenn Du die Säcke mit Erde im Baumarkt oder Gartencenter aufmerksam betrachtest, wird Dir auffallen, dass sich auf vielen Begriffe wie „torffrei“ oder „torfreduziert“ finden.

Aber was IST Torf überhaupt?

Torf ist ein organisches Sediment (durch Ablagerung natürlich entstanden) aus unvollständig zersetzten Pflanzenteilen. So weit, so unspektakulär. Zumindest auf den ersten Blick.

Was hat das aber jetzt mit diesen Begriffen „torffrei“ und „torfreduziert“ zu tun?

Um Torf zu gewinnen ist ein langer und aufwendiger Prozess nötig der für die Umwelt katastrophale Folgen hat. Torfmoore wachsen extrem langsam. Genauer gesagt nur etwa 1 Millimeter pro Jahr. Das bedeutet konkret ein Moor bräuchte 1.000 Jahre ehe es eine Höhe von einem Meter erreicht hätte. Alleine in Deutschland werden jährlich rund 10 Millionen Kubikmeter Torf gewonnen. Damit werden einzigartige Lebensräume zerstört die über Millionen von Jahren entstanden sind. In Deutschland wurden bereits 95 % (!) der ursprünglichen Moorlandschaften vernichtet. Inzwischen wird Torf importiert, zumeist aus dem Baltikum und Russland. Die langen Transportwege sind eine zusätzliche Belastung für Natur und Umwelt. Und noch dazu sind Torfmoore in der Lage Unmengen an CO2 zu speichern, solange sie feucht bleiben und wachsen. Sobald aber ein Moor zum Torfabbau trockengelegt und abgetragen wird gelangt das über Jahrhunderte und Jahrtausende eingeschlossene CO2 in die Atmosphäre. So trägt also auch der Torfabbau nicht unwesentlich zum Klimawandel bei.

Deshalb solltest Du unbedingt auf Gartenerde mit Torf verzichten. Zumal Dein Garten und Deine Pflanzen auch gut ohne Torf leben können und die Nachteile die Vorteile bei weitem überwiegen.

Torffreie Erden sind übrigens mindestens genauso gut wie torfhaltige Erden, oftmals sogar besser.

Bei Neudorff findest Du ausschließlich torffreie und qualitativ hochwertige Erden die auch vom NABU (Naturschutzbund Deutschland) empfohlen werden. Und hier findest Du einen sehr hilfreichen Einkaufsführer des NABU für torffreie Erden.


Welche Erde verwendest Du in Deinem Garten? Welche Erfahrungen hast Du damit gemacht? Hinterlasse mir gerne einen Kommentar!

 

 

 

 

 

 

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