Saatgutfestival Volkach – ein Blick hinter die Kulissen

Am 24. Februar war es nach einjähriger Pause wieder so weit – das Saatgutfestival öffnete seine Türen! Dieses Jahr im unterfränkischen Volkach. Es ist das größte Festival seiner Art in Deutschland und hat das letzte Mal über 2.000 Besucher angelockt. Veranstaltet wird es von Barbara Keller und ihrem Verein „open house“. So fanden sich dieses Jahr auf dem „Markt der Vielfalt“ etwa 30 Aussteller aus Deutschland und Österreich ein. Laut Barbara Keller geht es beim Saatgutfestival um alte, samenfeste Gemüse-, Obst- und Getreidesorten, die man im Garten anbauen und deren Samen man selbst vermehren kann.

Ich habe mich schon die ganzen letzten Wochen auf diesen Tag gefreut. Zu Recht! Das Festival hat unheimlich viel zu bieten. Bücher, Vorträge, Saatgut, leckeres Essen, nette Menschen und, und, und.

Ich habe mir den Vortrag ‚Wie kann ich mithelfen alte Sorten zu retten?‘ angehört und fand ihn sehr informativ. Iris Förster ist die Vorsitzende der Schweizer Organisation ProSpecieRara. Ähnlich wie bei der Arche Noah ist auch hier das Ziel, alte Kulturpflanzen vor dem Verschwinden zu bewahren. Außerdem widmet sich ProSpecieRara auch dem Erhalt alter Nutztierrassen.

Danach hieß es dann erst mal eine Runde drehen und mir einen Überblick verschaffen. Das war bei dem Gewusel in der Halle nämlich gar nicht so leicht. Bei den meisten Ausstellern standen die Leute dicht gedrängt in mehreren Reihen hintereinander.

Es gab ein altes Ehepaar das unzählige Kartoffelsorten vorgestellt hat, einen Obstbauer aus Thüringen mit etwa 80 (teilweise fast vergessenen) Apfelsorten im Gepäck, ein weiteres Ehepaar mit Unmengen an alten Tomatensorten, Studenten der Uni Würzburg mit ihrem Projekt Campus Garden und, und, und.

Wie immer sehr zuverlässig bei solchen Veranstaltungen zu finden: Mein ehemaliger Chef. Sortenvielfalt ist sein Steckenpferd. In seinem Betrieb hatten wir über 300 verschiedene Tomatensorten im Jungpflanzenverkauf und über 100 im Anbau. Es ist immer schön bekannte Gesichter zu sehen.

Eine Weile später bin ich dann beim „Herrn der Rosen“ gelandet. Rosen sind nämlich viel, viel mehr als „nur“ Zierpflanzen.

Die Rosen-Bowle war etwas ungewohnt aber sehr lecker! Ein Fläschchen Rosenessig habe ich mir dann auch gegönnt. Und bei der Gelegenheit direkt noch eine Followerin getroffen! Ein schräges Erlebnis wie ich zugeben muss aber auch ein durchweg positives! Es ist schön die Gesichter hinter den Likes kennenzulernen.

Bücher gab es natürlich auch jede Menge. Zum Glück! Ich habe auch da gleich zugeschlagen und meinen Bestand erweitert denn: Bücher kann man nie genug haben!

Aber nicht umsonst heißt es ja Saatgutfestival. Und Saatgut gab es in Hülle und Fülle! Quasi alles was das Gärtnerherz begehrt, gab es zu entdecken.

Natürlich wurde auch über vieles gründlich informiert was direkt mit dem Saatgut zusammenhängt. Und der obligatorische Stand mit fränkischen Holzrechen hat selbstverständlich auch nicht gefehlt.

Alles in allem war es ein toller, wenn auch anstrengender, Tag unter Gleichgesinnten. Und was mir besonders positiv aufgefallen ist waren die vielen jungen Besucher. Das fand und finde ich super. Mehr davon!

Das ist übrigens meine Ausbeute…dafür ist mein Geldbeutel jetzt etwas schmaler als vorher aber es hat sich gelohnt.

Und wer weiß – vielleicht treffe ich Dich ja nächstes Jahr dort?! Ich würde mich freuen!


Wie steht es mit Dir? Warst Du schon mal bei einem derartigen Festival? Was hältst Du von solchen Veranstaltungen? Verrate es mir gerne in den Kommentaren!

 

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