Ein „Unkraut“ stellt sich vor – Distel

Die Distel besticht zwar durch ihre schöne Blüte aber nur aus sicherer Entfernung. Ähnlich wie die Brennessel ist eine Berührung mit der bloßen Hand (in diesem Fall aufgrund ihrer Dornen) eher unangenehm und mitunter schmerzhaft.

Es gibt viele Arten der Distel und eine davon möchte ich Dir hier vorstellen.

Die Mariendistel wird bei uns als Zier- und Heilpflanze angebaut. Der Volksmund gab ihr weitere Namen wie Frauendistel, Fieberdistel, Donnerdistel oder auch Christi Krone.

Aber was ist das eigentlich für eine Pflanze? Beginnen wir mit ihrer Geschichte…

Geschichte

Der Name der Mariendistel geht auf eine uralte Legende zurück. Laut dieser verlor die Jungfrau Maria beim Stillen ein paar Tropfen Milch die auf die Blätter der Mariendistel fielen. Diese fallen  tatsächlich durch ihre weißlichen Flecken auf.

Als Heilpflanze war die Mariendistel schon in der Antike bekannt. Bereits der griechische Arzt Dioskurides erwähnte sie in seinen Schriften.

Später im Mittelalter fand man sie dann häufig in Klostergärten. Hildegard von Bingen empfahl die Mariendistel bei Vergiftungen, Gelbsucht und Depressionen. Ein Kräuterkundiger namens Gerard schrieb 1597 die Mariendistel sei seiner Meinung das beste Heilmittel gegen Depressionen. Zahlreiche Frauen nahmen sie auch ein um den Milchfluss anzuregen. Außerdem wurde sie auch bei Steinleiden eingesetzt. Ihre heutige Verwendung von Lebererkrankungen geht auf den deutschen Arzt und Autor Johann Gottfried Rademacher zurück der von 1772 bis 1850 lebte.

Bisweilen nutzten die Menschen des Mittelalters die Mariendistel kaum als Heilpflanze sondern aßen deren Blütenköpfe indem sie diese wie Artischocken zubereiteten. Lange Zeit galt sie auch als Stärkungsmittel in der Not, wenn es nichts anderes gab.

Aberglaube

Im alten England herrschte lange der Glaube, man könne mit einem Amulett aus der Mariendistel Schlangen jeder Art besiegen.

Inhaltsstoffe

Die Mariendistel besticht nicht nur mit ihren Dornen sondern auch mit vielen, gesunden Inhaltsstoffen. Sie enthält u.a. Flavonoide, Vitamin E, Eiweiß, Bitter- und Schleimstoffe, Sterole, fettes Öl, Gerbstoffe, ätherische Öle und Silymarin.

Heilkunde

Pulverisierte Samen kann man äußerlich auf Unterschenkelgeschwüre (Ulcus cruris) geben, damit diese besser abheilen. Falls Sie unter einem solchen Geschwür leiden, können Sie auch Auflagen und Umschläge mit einem Aufguss, in dem Sie ein Tuch tränken, durchführen.

Die Mariendistel wirkt galletreibend, harntreibend, krampflösend, leberschützend, adstringierend, anregend, entgiftend und tonisierend (stärkend).

Es gibt Extrakte die zur Behandlung bei Lebererkrankungen (wie z.B. Leberzirrhose) verwendet werden. Sie kann bei Leberschäden helfen die durch Infektionen, Verletzungen, Chemotherapie oder übermäßigen Alkoholgenuss verursacht wurden. Man sagt ihr auch nach sie sei in der Lage die Schäden der Chemotherapie in Grenzen zu halten.

Die Extrakte fördern die Durchblutung, verbessern die Nierenfunktionen, helfen bei Ausschlägen und Menstruationsbeschwerden und können bei Allergien Abhilfe schaffen.

Ein Tee kann außerdem bei Verdauungsbeschwerden helfen.

Sie wird bei Gallebeschwerden, Migräne, Reisekrankheit und Krampfadern eingesetzt. Und das kauen der Wurzeln soll bei Zahnschmerzen helfen. Kindern gab man früher eine Abkochung der Wurzeln zu trinken wenn sie sich eine Wurmerkrankungen eingefangen hatten.

In Österreich, Ungarn, Deutschland, Argentinien, Venezuela und China wird die Mariendistel zudem auf großen Feldern zu medizinischen Zwecken angebaut.

Wusstest Du schon, dass…

…früher die gerösteten Samen der Mariendistel als Kaffee-Ersatz verwendet wurden?

Wichtiger Hinweis: Bitte beachte, dass mein Wissen keinen Besuch beim Arzt ersetzt! Falls Du ernsthafte oder unklare Beschwerden hast, nimm unbedingt ärztliche Hilfe in Anspruch!


Unkraut gibt es eben doch nicht! Hast Du schon Erfahrungen mit der Mariendistel gemacht? Hinterlass mir dazu gerne einen Kommentar!

 

 

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