Arche Noah – Rettet die Sortenvielfalt!

Fotocredit: Rupert Pessl

Die Sortenvielfalt unserer Pflanzen zu erhalten ist ungemein wichtig. Jeden Tag verschwinden alte, traditionelle Sorten und gehen so für immer verloren. Doch es gibt Vereine und Organisationen die sich mit Leidenschaft für genau diese Sorten einsetzen und dafür, diese wieder in die Gärten und das Bewusstsein der Menschen zurückzubringen.

Einer der bekanntesten Vereine auf diesem Gebiet dürfte die österreichische Arche Noah (Gesellschaft für die Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt & ihre Entwicklung) sein.

Der Beginn

1988 erschien der erste gemeinsame Samenkatalog der beiden Vorgängervereine „Samenpflegevereinigung“ aus Niederösterreich und „Fructus“ aus der Steiermark. Richtig gegründet wurde der Verein Arche Noah dann zwei Jahre später im Jahr 1990. Seine Entstehung verdankt er engagierten Bauern, Gärtnern und Journalisten (sowohl Männer als auch Frauen) die das Saatgut als Grundlage der Ernährung erkannten und dem dramatischen Rückgang der Vielfalt unsrer Kulturpflanzen entgegen wirken wollten und wollen. Viele von ihnen wirtschafteten bereits biologisch und erlebten den Schwund wertvoller Sorten in ihrer unmittelbaren Umgebung selbst. Dank der industrialisierten Landwirtschaft haben wir in nur wenigen Jahrzehnten 75 % (!) unserer ursprünglichen Kulturpflanzen verloren. Bedroht wird die Vielfalt heuzutage (vielleicht mehr denn je) unter anderem von Gentechnik, Saatgut-Monopolen, dem Klimawandel und den diversen Kriegen dieser Welt. Die Arche Noah machte sich u.a. durch Jungpflanzenmärkte und ihr Sortenhandbuch schnell einen Namen. Inzwischen kann sie sich zu einer der größten Erhaltungsorganisationen in Europa zählen.

Die Vision

Vereinfacht gesagt sehen die Menschen die hinter der Arche Noah stehen sehen ihre Vision darin, die Kulturpflanzenvielfalt durch private und gewerbliche Nutzung in Gärten und auf Äckern zu erhalten. Durch die jeweiligen Bedingungen vor Ort entwickeln sich die Sorten weiter. Ziel des Vereins ist es darüber hinaus alles Wissen über den Anbau, die Nutzung und Vermehrung gefährdeter Sorten zu sammeln und weiterzugeben. Außerdem ist die Arche Noah auch politisch aktiv um die Rahmenbedingungen für den Erhalt alter Sorten zu verbessern. Dazu zählt auch Öffentlichkeitsarbeit um das Bewusstsein für den Erhalt alter Sorten und alles was damit zusammenhängt, zu wecken und zu stärken.

Der Schaugarten

Fotocredit: Rupert Pessl

Im Arche Noah Schaugarten haben zahlreiche vergessene Gemüsearten ein Zuhause gefunden genauso wie Kuriositäten und Raritäten aus aller Welt wie Knollenziest und Erdmandel. Die Beete sind übersichtlich in unterschiedliche Themengebiete gegliedert und zahlreiche Info-Tafeln geben Aufschluss über die jeweiligen Sorten. Ich selbst war noch nie dort, habe es aber für dieses Jahr ganz oben auf meiner Liste stehen! Denn den Schaugarten kannst Du (wie der Name schon verrät) natürlich besichtigen. Geöffnet ist er vom 01. April bis 08. Oktober und der Eintritt kostet (je nach Wochentag) sieben oder acht Euro. Außerdem gibt es auch Gartenführungen die jeden Samstag, Sonntag und an allen Feiertagen stattfinden. Und als besonderes Highlight gibt es noch die Gartenküche wo aus Sorten wie z.B. dem Neuseeländer Spinat, der Scheibengurke und Haferwurzel leckere Köstlichkeiten gezaubert werden.

Tätigkeiten

Der Verein bietet zahlreiche Seminare, Kurse, Lehrgänge und noch einiges mehr an. Das beginnt beim Obstbaumschnitt, geht über biologischen Anbau bis hin zu Saatgutvermehrung. Hier findest Du alle kommenden Veranstaltungen in einer Übersicht.

Werde aktiv!

Fotocredit: Rupert Pessl

Du findest die Arbeit der Arche Noah spannend und unterstützenswert? Wie viele andere ist auch dieser Verein ein gemeinnütziger und finanziert sich zu über 50 % aus Mitgliederbeiträgen und Spenden. Es gibt also verschiedene Möglichkeiten Dich für die Arche Noah zu engagieren. Du kannst spenden, (Förder)Mitglied und Erhalter werden oder Dich dort ehrenamtlich einbringen falls Du in der Nähe wohnst. Lies hier mehr darüber!

Momentan läuft außerdem ein Spendenaufruf des Vereins um ein zweites Samenarchiv aufbauen zu können. Die Gefahr, dass das erste Samenarchiv (und damit das unschätzbar wertvolle Saatgut) irgendwie beschädigt oder zerstört wird liegt leider im Bereich des Möglichen. Hier findest Du alle Infos.


Kennst Du noch andere Vereine die sich für den Erhalt der Sortenvielfalt einsetzen? Hinterlass mir dazu gerne einen Kommentar!

 

 

 

2 Kommentare

  1. Hallo Manu,

    Unser Garten liegt im schönen Havelland und bei uns gibt es den Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen in Brandenburg e.V., kurz VERN e.V.
    Das ist ein schöner Beitrag über ein ganz wichtiges thema. Danke 🙂

    PS: Schicke Seite hast du 😉

    Liebe Grüße
    Basti

    • Hi Basti,

      der Schaugarten in Wandlitz steht auch schon auf meiner Liste. 🙂
      Und zum Glück gibt es noch mehr tolle Vereine wie VERN e.V. und die Arche Noah die sich diesem ungemein wichtigen Thema mit Leidenschaft widmen.
      Dafür bin ich dankbar.
      Vielen Dank für Dein Lob. 🙂 Und gern geschehen! 😉

      Liebe Grüße
      Manu

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