Hybridsamen – was steckt dahinter?

Zwar ist es noch Dezember aber das bedeutet nicht, dass das neue Gartenjahr nicht schon längst angefangen hat. Spätestens im Februar stellt sich die Frage nach neuem Saatgut. Online-Shops, Saatgutkataloge, Baumarkt oder Gartencenter – Du hast die Qual der Wahl. Immer häufiger findet sich bei den Sortenbezeichnungen allerdings der Zusatz F1. Hast Du Dich schon mal gefragt was das eigentlich bedeutet?

Hochleistungs-Saatgut: Was sind F1-Hybride?

Es handelt sich dabei um Hybrid-Züchtungen, die nicht samenfest sind. F1 ist eine Kreuzung in erster Generation. F2 in zweiter Generation und so weiter. Bei Hybridsamen werden zwei Sorten gekreuzt und bei sortenreinen Eltern erhält man in der ersten Generation einheitliche Nachkommen. Das macht es z.B. für die kommerzielle Landwirtschaft nahezu ideal.

Was sind die Vorteile?

Hybridsamen vereinen alle guten Eigenschaften der Elternlinien. Außerdem sind sie schön einheitlich in Form und Farbe und liefern eine sichere und höhere Ernte als die traditionellen Sorten.

Was sind die Nachteile?

Selbst gewonnenes Saatgut aus Hybridsamen bringt im kommenden Jahr weniger Erträge, die Keimfähigkeit lässt nach und die zuvor weggezüchteten Eigenschaften können wieder durchbrechen. Zudem lässt der Geschmack zu wünschen übrig. Außerdem machst Du Dich abhängig von riesigen Agrar-Konzernen wie Monsanto. Und unterstützt damit indirekt Gentechnik und den Einsatz von Pestiziden wie Glyphosat.
Alte, traditionelle Sorten werden dadurch auch zunehmend verdrängt.

Wenn Du bestimmte Erzeuger vermeiden möchtest gibt diese Datenbank eine gute Hilfestellung dabei.

Der Unterschied zwischen Hybrid-Samen und samenfesten Samen

Samenfestes Saatgut ist nachbaufähig.
Das bedeutet, dass Du in der nächsten Generation Pflanzen mit denselben Eigenschaften erhältst.

Bei Hybridsamen dagegen weißt Du nie, was Du bekommst. Wenn Du also beispielsweise aus einer grünen, runden Zucchini F1-Saatgut gewinnst und im nächsten Jahr aussäst kann es sein, dass Du eine Zucchini erhältst die wenig oder keine Eigenschaften der ursprünglichen Pflanze aufweist.

Für wen lohnen sich Hybridsamen und für wen nicht?

Sie eignen sich definitiv nicht für Dich, wenn Du Dein Saatgut selbst gewinnen und im nächsten Jahr wieder aussäen willst.

Falls Du bereit bist etwas mehr Geld auszugeben und keine Lust hast Dein eigenes Saatgut zu gewinnen, um es im nächsten Jahr wieder auszusäen sind Hybridsamen auf jeden Fall etwas für Dich. Der höhere Preis erklärt sich durch den hohen Aufwand, mit dem die Samen über Jahre gezüchtet werden.
Und wenn Du Spaß am Ausprobieren und eigenen Kreuzungsversuchen hast bist Du mit Hybridsamen ebenfalls gut beraten.


Welches Saatgut kaufst Du? Warum? Hinterlasse mir dazu gerne einen Kommentar!

 

 

 

8 Kommentare

  1. Karin Krebs-Engbrocks

    Ich kaufe nur samenfestes Saatgut mit Bioqualität. Ich möchte nicht , dass monsanto und Co. noch größer und einflussreicher werden. Für mich ist es eine politische und pro Mensch Entscheidung.

    • Hallo Karin,

      ich sehe und handhabe das genauso wie Du. Firmen wie Monsanto und Bayern stellen den Profit über alles andere und bringen die Menschen wirklich gezielt in die Abhängigkeit. Toll, dass Du da schon ausgestiegen bist was das Saatgut angeht!

      Liebe Grüße
      Manu

  2. Lilo Bhatia

    ich kaufe seit Jahren keine F1 – Samen. Entweder kaufe oder tausche ich Samen von Leuten, die „alte “ Samen bevorzugen. Für mich ist Vielfalt wichtig, nicht eine Ernte bei der alle Früchte unbedingt einer Norm entsprechen.

    • Hi Lilo,

      super! Genau so sollte das auch sein.
      Ich persönlich finde besonders das tauschen von Samen total spannend.
      Und die Norm dient eben in allererster Linie der Industrie. Da geht es nicht um Vielfalt sondern darum viel Masse möglichst billig zu produzieren.

      Liebe Grüße
      Manu

  3. Pingback: Samentausch & Co - Die 5 besten Facebookgruppen - Urgewächse

  4. Hallo Manu,

    ich will Dir mal widersprechen:

    Man kann auch von F1(Hybrid)-Pflanzen Samen selbst gewinnen und für den eigenen Anbau verwenden; in den meisten Fällen erhält man damit ebenfalls erstklassige, brauchbare Ernten (auch aus Kreuzungen zwischen zwei samenfesten Sorten, die im eigenen Garten stattfinden, entstehen übrigens F1-Pflanzen).

    Man kann sich aus der tatsächlich oft uneinheitlichen Nachkommenschaft außerdem etwas Schönes, Neues und vielleicht Besseres auswählen und weitervermehren, also eine eigene Sorte züchten und damit die Sortenvielfalt erhöhen.
    Das ist nicht schwer – und Monsanto & Co. schauen dabei auch in die Röhre.

    Also keine Angst vor F1-Pflanzen!

    Viele Grüße
    Jürgen

  5. Liebe Manu,

    im Grunde stimme ich Deinen Ausführungen zu, aber ein paar kleine Anmerkungen möchte ich ergänzen: Mit F1-Saatgut fahren die Landwirte zwar gewöhnlich eine höhere Ernte ein aber keine sichere Ernte; denn die Einheitlichkeit der F1-Pflanzen bedingt eben auch eine sehr einheitliche Reaktion auf ungünstige (Klima-)Bedingungen. Im Schadensfall geht die gesamte Ernte hopps und nicht nur ein mehr oder weniger großer Teil, wie das bei Pflanzen der Fall ist, die genetisch unterschiedlich sind.

    Man unterstützt auch Monsanto, Bayer und Co. nur einmal, wenn man F1-Hybrid-Saatgut nachbaut. Dadurch schädigt man sie sogar; denn man nutzt ihre Züchtungsarbeit, um eigene Sorten daraus zu ziehen.

    Deshalb kann ich auch Deiner Aussage nicht zustimmen, dass sich Hybrid-Saatgut definitiv nicht für diejenigen eignet, die ihr Saatgut selbst gewinnen. Genau das Gegenteil ist der Fall.
    F1-Saatgut ergibt zwar in der F2-Generation oft unterschiedliche Nachkommen, aber daraus kann man sich dann die besten aussuchen. Es lässt weder die Keimfähigkeit nach noch brechen wegezüchtete Eigenschaften wieder durch. Falls Pflanzen Eigenschaften haben, die einem nicht gefallen, nutzt man diese natürlich nicht zur Samengewinnung.

    Gärtner*innen, die kein eigenes Saatgut gewinnen, sollten auf keinen Fall F1-Hybrid-Saatgut nutzen, da sie es dann jedes Jahr wieder von den Konzernen kaufen müssen und außerdem müssen sie optimale Anbaubedingungen bieten, um die volle Leistungsfähigkeit des F1-Saatguts auszunützen; wenn sie keine optimalen Bedingungen bieten, ist samenfestes Saatgut von „alten“ (echten) Sorten für Hobby-Gärtner*innen weitaus besser geeignet.

    Liebe Grüße
    Jürgen

    • Hallo Jürgen. 🙂
      Vielen Dank für die Anmerkungen!
      Guten Rutsch und ein frohes neues Jahr. 🙂

      Liebe Grüße
      Manu

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