Grünkohl – ein Wintergemüse stellt sich vor

Im Winter muss es nicht immer das zugekaufte Gemüse aus den südlichen Ländern wie Spanien sein. Auch zur kalten Jahreszeit gibt es einheimisches, gesundes und leckeres Wintergemüse!

Eines davon? Grünkohl! Auch bekannt unter Namen wie Krauskohl, Strunkkohl, Hochkohl, Winterkohl oder Braunkohl. In Ostfriesland wird er auch „Friesische Palme“ genannt da es Sorten gibt die mannshoch werden können.

Aber zuerst werfen wir mal einen Blick zurück auf die Anfänge des Grünkohls…

Geschichte

Woher der Grünkohl genau kam lässt sich heute nicht mehr eindeutig bestimmen. Vermutet wird aber, dass sein Ursprung in Griechenland liegt. Aufzeichnungen der Griechen die aus der Zeit von 400 v.Chr. stammen beschreiben einen krausblättrigen Blattkohl. Bei den Römern tauchte später ein ähnlicher Kohl auf, allerdings unter dem Namen Sabellinischer Kohl. Die Vermutung liegt nahe, dass dieser der Vorläufer des Grünkohls, wie wir ihn heute kennen, war. Außerdem galt er in Rom als Delikatesse und war begehrt. Einige Bauern erlangten durch den Anbau einen nicht zu verachtenden Wohlstand.

In Deutschland taucht der Grünkohl erstmals auf Abbildungen in Kräuterbüchern des 16. und 17. Jahrhunderts auf. Eine davon findet sich im Jahre des Herrn 1542 bei Leonhart Fuchs.

Heutzutage wird der Grünkohl hauptsächlich in Mittel- und Westeuropa, Nordamerika sowie in Ost- und Westafrika angebaut. Übrigens betrug die Anbaufläche in Deutschland 1988 ca. 900 ha.

In Teilen Ostfrieslands wird heutzutage noch immer am Gründonnerstag Grünkohl gegessen. Damit wird der Winter verabschiedet und der Frühling begrüßt.

Gesundheit

Den Grünkohl kann man auf jeden Fall als ein einheimisches Superfood bezeichnen. Zu seinen gesunden Inhaltsstoffen zählen unter anderem Omega-3-Fettsäuren, Aminosäuren, Vitamine, Ballaststoffe, Mineralstoffe sowie sekundäre Pflanzenstoffe. Außerdem enthält er sehr viel Kalium, Kalzium, Vitamin E, Magnesium und Natrium. Und er ist der Kohl mit dem höchten Vitamin C-Gehalt.

Wegen seiner vielen Proteine und des hohen Eisengehaltes gilt er als gute Alternative zu Fleisch. Und noch dazu kann er mit seinem hohen Chlorophyll-Gehalt punkten!

Grünkohl senkt Dein Krebsrisiko, er wirkt sich positiv auf Deine Verdauungsorgane und Deinen Blutkreislauf aus und eignet sich hervorragend als Mittel um Deinen Körper zu entgiften. Außerdem senkt er Deinen Cholesterinspiegel und die Fettwerte in Deinem Blut und beeinflusst Dein Herz-Kreislauf-System positiv. Dazu kommt noch, dass er durch seinen hohen Kaliumgehalt Nieren, Blase und Herz kräftigt.

Und noch ein besonderer Pluspunkt: Grünkohl ist arm an Kalorien!

Wie Du also merkst: Er ist nicht nur zurecht ein Superfood sondern auch unverzichtbar für eine gesunde und ausgewogene Ernährung.

Heilkunde

Schon früh erkannten Ärzte wie Hippokrates die Heilwirkungen des Grünkohls. Er empfahl ihn beispielsweise als Mittel gegen Husten und Heiserkeit sowie aufgewärmt bei Schmerzen. Heisere Sänger sollten seiner Meinung nach eine Kohlbrühe mit Rosinen essen. Und wie alle Kohlarten wirkt der Grünkohl heilend bei Magengeschwüren. Auch als innerer Reiniger bei Hauterkrankungen wird er gerne genannt.

Aberglaube

Dem Glauben antiker Gelehrter nach sollte der Grünkohl den Folgen von ausufernden Trinkgelagen entgegenwirken.

Und weit bis ins 19. Jahrhundert hinein war der Grünkohl Teil von Frühlingsmahlzeiten die den Menschen nach den kalten und trüben Wintermonaten neue Kraft verleihen sollten.

Küche

Du kannst Grünkohl vom Herbst bis in den März hinein kaufen. Aber als kleiner Tipp: Nach dem ersten Frost schmeckt er am besten. Das liegt daran, dass sich sein Zuckergehalt in den Blättern durch die Kälte erhöht.

Grünkohl mit Pinkel ist im Norden ein klassisches Gericht. Auch Räucherwurst, Kasseler oder Bauchfleisch wird gerne dazu gereicht. Aber natürlich kann der Grünkohl noch viel mehr. Du kannst ihn roh essen oder mit in den Smoothie geben. Oder wie wär’s mit einem Grünkohlcurry mit Kokosmilch? Deiner Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt.

Hast Du schon gewusst, dass…

…sich im Norden Deutschlands jedes Jahr die Städte Bremen und Oldenburg darum streiten, wessen Spezialität der Grünkohl jetzt eigentlich ist? Dabei können die Bremer nachweislich auf die Tradition des öffentlichen Grünkohlessens zurückblicken die ihren Anfang im Jahre des Herrn 1545 nahm.

…der Bremer Straßenname „Kohlhökerstraße“ ein Zeugnis der Kohlgärten ist, die im 18. Jahrhundert einen Ring um die Bremer Altstadt bildeten?

Der Grünkohl ist nicht nur ein grüner Alleskönner sondern kann auch eine lange und interessante Geschichte vorweisen.


Wie steht es mit Dir? Bist Du ein Grünkohlfan? Was ist Dein Lieblingsrezept? Hinterlasse mir dazu gerne einen Kommentar!

 

 

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3 Kommentare

  1. Hallo liebe Manu,
    ich hab Dich auf Pinterest gefunden. Den Artikel über Grünkohl finde ich sehr interessant . Wir bauen ihn seit einiger Zeit aus gesundheitlichen Gründen auch an. Schmeckt köstlich nach dem ersten Frost. Dieses Jahr hatten wir allerdings so kleine weiße Schädlinge.
    Liebe Grüß aus Neubrunn (Unterfranken)
    Susanne und Hans

    • Hallo Susanne,

      das freut mich zu hören. Euer Blog liest sich aber auch sehr gut. Toll, dass ihr mit soviel Begeisterung dabei seid!
      Die Schädlinge die Du erwähnst klingen für mich sehr nach der weißen Fliege. Sie legt ihre Eier an der Blattunterseite ab und hinterlässt eine klebrige Substanz. In dem Fall musst Du die befallenen Blätter am besten sofort entsorgen (nicht auf dem Kompost!). Danach kannst Du den Grünkohl mehrmals z.B. mit einer Schmierseifenlösung besprühen. Und als kleiner Tipp: Wenn ihr gleich von Beginn an stark aromatische Pflanzen wie die Eberraute neben den Grünkohl setzt beugt ihr Schädlingen vor. Die mögen solche Pflanzen nämlich gar nicht.
      Liebe Grüße aus Bad Kissingen (ebenfalls Unterfranken)
      Manu

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