So überwinterst Du Deine Kräuter!

Der Herbst ist da und mit ihm fallen langsam aber sicher auch die Temperaturen. Zeit also, Deine Kräuter ins Haus zu holen um sie unbeschadet über die kalte Jahreszeit zu bringen!

Aber wie geht das? Keine Sorge, das erkläre ich Dir jetzt.

Einjährige, zweijährige und mehrjährige Kräuter

Vorher müssen wir allerdings zwischen einjährigen, zweijährigen und mehrjährigen Kräutern unterscheiden. Denn davon hängt auch die Frage ab welche Kräuter Du überwintern musst und welche nicht.

Erstere keimen, wachsen, blühen und bilden innerhalb eines Jahres Samen. Danach sterben sie. Zu diesen Pflanzen zählen u.a. einjähriges Basilikum, Dill, Koriander und Gartenkresse. Für sie fällt die Frage der Überwinterung logischerweise weg.

Anders sieht es bei zweijährigen und mehrjährigen Kräutern aus.

Zu den zweijährigen gehören z.B. Petersilie, Kümmel, Löffelkraut und Wegwarte. Sie keimen und wachsen im ersten Jahr und erst im zweiten Jahr blühen sie und bilden danach ihre Samen.

Und schließlich gibt es noch die mehrjährigen Kräuter (Stauden) wie Liebstöckel (auch Maggikraut genannt), Thymian, Salbei und Oregano. Diese Pflanzen blühen und samen immer wieder aus. Besonders an ihnen ist aber, dass im Herbst/Winter ihre oberirdischen Triebe absterben und im Frühjahr wieder austreiben. Bis dahin verbleiben die Rhizome (Wurzelausläufer) oder Knollen in der Erde. Das unterscheidet sie von den zweijährigen.

Kräuter im Garten überwintern

Natürlich gibt es aber auch Kräuter die winterhart sind und die Du über den Winter ruhig im Garten lassen kannst. Diese vertragen Schnee und Temperaturen bis zu -15° Grad. Hier ist eine kleine Übersicht:

Winterharte Kräuter

  • Brunnenkresse
  • Currykraut
  • Echter Salbei (wobei einige Sorten nur bedingt winterhart sind)
  • Russischer und deutscher Estragon
  • Frauenmantel
  • Lavendel (auch hier einige Sorten nur bedingt winterhart; Schopflavendel ist NICHT winterhart)
  • Meerrettich
  • Petersilie
  • Pfefferminze
  • Schnittlauch
  • Schafgarbe
  • Schnittsellerie
  • Waldmeister
  • Wermut

Aber auch wenn diese Pflanzen winterhart sind kannst Du gerne die Erde um sie herum mit Tannenzweigen, Stroh oder auch Laub locker abdecken. Dass hält zwar den Frost nicht fern aber es hilft den Pflanzen dabei die kalten Temperaturen zu überstehen.

Wenn Du diese Kräuter in Kübeln oder Töpfen hast dann musst Du einiges beachten. Zunächst mal empfiehlt es sich Deine Pflanzkübel erhöht aufzustellen. Das hat den Vorteil, dass das Wasser abtropfen kann und Deine Kräuter keine nassen Füße durch von unten aufsteigende Feuchtigkeit bekommen. Zusätzlich kannst Du die Kübel oder Töpfe mit Jutesäcken oder auch Luftpolsterfolie umwickeln.

Was Du jetzt zur kalten Jahreszeit bitte nicht mehr machst, ist die Kräuter zurückzuschneiden. Durch die frischen Schnittwunden besteht nämlich die Gefahr, dass sie Dir austrocknen und absterben. Zurückschneiden kannst Du sie stattdessen nach dem Winter und sobald Du den Schutz durch oben genannte Materialien entfernt hast. So regst Du das Wachstum Deiner Pflanzen an.

Kräuter im Haus überwintern

Aber zurück zu Deinen Kräutern die über den Winter nach drinnen müssen. Hier eine kleine Liste der Pflanzen die nicht winterhart sind:

Nicht oder nur bedingt winterharte Kräuter

  • Rosmarin
  • Lorbeer
  • Zitronenverbene
  • Duftpelargonien
  • Ananassalbei
  • Stevia
  • Brahmi
  • Schopflavendel

Rosmarin ist zwar mehrjährig, stammt aber wie viele andere Pflanzen auch, aus dem Mittelmeerraum und ist dementsprechend warme Temperaturen und viel Sonne gewohnt. Deshalb müssen diese mehrjährige Kräuter über den Winter ins Haus.

Optimal ist für die Überwinterung ein kühler, heller Ort an dem konstant etwa 10° Grad herrschen. Dafür bieten sich z.B. Dein Wintergarten oder das Treppenhaus an. Ein Platz nahe bei einer Heizung ist eher ungünstig weil sich das negativ auf Deine Kräuter auswirken würde.

Auch im Winter richtig gießen

Wasser brauchen Deine Pflanzen im Winter natürlich auch. Dabei ist ein bisschen Fingerspitzengefühl gefragt. Bei zu wenig Wasser besteht die Gefahr der Austrocknung. Bei zu viel Wasser steigt das Risiko für einen Befall durch Schimmel und Schädlinge. Am besten gießt Du öfter und dafür weniger Wasser auf einmal. Wenn Du Deine Kräuter aufmerksam beobachtest kann gar nicht so viel schief gehen!

Ernte im Winter?

Es gibt Kräuter wie Petersilie, Echter Salbei, Winterbohnenkraut und Thymian die Du auch im Winter beernten kannst. Dabei solltest Du aber bedenken, dass sie dann lange nicht so aromatisch sind wie im Sommer. Das liegt daran das im Winter viel weniger ätherische Öle gebildet werden.

Bei sehr strengen Wintern rate ich Dir von der Ernte ab. Durch die Verletzung der Pflanze drohen (wie bei einem Rückschnitt zum falschen Zeitpunkt) Erfrierungen.

Am besten ist es Du erntest im Sommer, frierst Dir ausreichend Kräuter für die Wintermonate ein oder trocknest sie einfach.


Hast Du noch Tipps zur Überwinterung? Gibt es Pflanzen die Du einfach nie über den Winter kriegst? Lass es mich in den Kommentaren wissen!

 

 

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