Ein „Unkraut“ stellt sich vor – Vogelmiere

Die Vogelmiere (lat. Stellaria media) zählt, ähnlich wie der Löwenzahn, zu einem der am meisten verhassten „Unkräutern“. Sie ausrotten zu wollen ist ein Kampf gegen Windmühlen denn sie bildet zwischen 10.000 und 20.000 Samen pro Pflanze aus. Und diese bleiben 60 Jahre keimfähig. Das bedeutet ihre Samen können 60 Jahre im Boden überdauern und bei günstigen Bedinungen sofort keimen. Ihr Name leitet sich vom lateinischen Stella ab was ‚Stern‘ bedeutet und sich auf die Form ihrer kleinen weißen Blüten bezieht.

Allerdings kennt der Volksmund sie auch unter Namen wie Sternenkraut, Kanarienvögelkraut, Vögelichrut oder Hühnerdarm. Letzterer kommt daher, dass die Vogelmiere früher oft an Hühner verfüttert wurde und die Tiere gesund hielt. Genauso wie der Löwenzahn verdient sie die Bezeichnung als „Unkraut“ allerdings nicht, denn sie kann viel für Dich tun. Was genau das ist verrate ich Dir jetzt.

Garten

Wenn Du Vogelmiere in Deinem Garten entdeckst, warte bevor Du Dir die Gartenhandschuhe überziehst um sie auszureißen. Sie bringt Vorteile mit sich. Einer davon? Sie wirkt wie eine Mulchschicht auf Deinem Beet, verhindert so Bodenerosion durch das Wetter und hält den Boden luftig und feucht.

Wenn Du sie dennoch loswerden möchtest tu das am besten nach einem Regentag. Wenn der Boden gut feucht ist lässt sich die Vogelmiere sehr leicht entfernen da sie ein Flachwurzler ist.

Heilkunde

Die Vogelmiere steckt voller gesunder Inhaltsstoffe. Sie enthält u.a. Vitamine, Saponine, Flavonoide, Cumarine, Mineralien, Oxalsäure, Zink, Kalium, Magnesium, Phosphor und ätherische Öle. Außerdem hilft sie bei vielen Hautproblemen wie Ekzemen oder sogar Schuppenflechte und Neurodermitis. Für meinen Neffen der an Letzterem leidet habe ich schon eine Vogelmiere-Salbe hergestellt.

Sie wirkt z.B. blutreinigend, blutstillend, harntreibend, schleimlösend, schmerzlindernd und kühlend.

Deshalb findet sie u.a. Anwendung bei Ausschlägen, Venenleiden, Halsschmerzen, Husten, Bronchitis, Hämorrhoiden, Herzerkankungen und Rheuma.

Vogelmiere-Tee lässt sich sowohl innerlich als auch äußerlich anwenden. Innerlich beispielsweise zur Anregung des Stoffwechsels oder als Unterstützung eines Frühjahrskur.

Äußerlich kannst Du ihn als Umschlag bei schlecht heilenden Wunden, Geschwüren und Abszessen einsetzen.

Aberglaube

Die Vogelmiere ist vermutlich schon seit der Steinzeit bekannt. Im Mittelalter verwendete man sie als Räucherwerk um den bösen Zaubern von Hexen zu entgehen oder sie, sofern man bereits „verflucht“ war, wirkungslos zu machen.

Später als die Vogelmiere mehr und mehr zum „Unkraut“ degradiert wurde glaubte man, sie ausrotten zu können wenn man sie am Johanni-Tag während des 12 Uhr Läutens in allen vier Ecken des Gartens oder Beetes jätete.

Verwendung in der Küche

Genial ist an der Vogelmiere nicht nur ihr hoher Gesundheitswert sondern auch die Tatsache, dass sie ganzjährig wächst und damit immer zur Verfügung steht. Obwohl sie hauptsächlich im Frühjahr und Sommer gesammelt wird.

Sie ist in Deiner Küche vielfältig verwendbar. Du kannst sie mit in den Salat oder Smoothies geben oder Pesto, Pasta und Aufstrich aus ihr machen.

Du kannst aber auch ein bisschen mit ihr experimentieren wenn Du Lust hast.

Wie wär’s z.B. mit ein bisschen gesunder Vogelmiere in der Kartoffelsuppe?

Viel Spaß beim Ausprobieren!


War Dir bewusst, dass die Vogelmiere so viel zu bieten hat? Verrate es mir jetzt in den Kommentaren!

 

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