Tomaten selbst anbauen – so geht’s!

Die Tomate ist aus unseren Gärten und Küchen nicht mehr wegzudenken. Zum Glück! Denn sie ist ja wirklich eine echte Bereicherung. Im letzten Artikel habe ich Dir alles über ihre Geschichte erzählt und heute geht es darum wie Du sie selbst anbauen kannst und was Du dabei beachten musst. Lass uns anfangen!

Aussaat/Auspflanzung

Du kannst Deine Pflanzen entweder selbst säen oder Jungpflanzen im Gartenfachhandel kaufen. Das bleibt Dir überlassen.

Mit der Aussaat kannst Du Mitte bis Ende März beginnen. Dafür kannst Du eine Anzuchtschale verwenden oder auch einzelne, kleine Töpfe. Wichtig dabei ist, dass Du die Samen dünn mit Erde bedeckst und leicht andrückst damit sie Bodenkontakt bekommen. Vereinzeln kannst Du sie dann nach etwa drei Wochen. Das ist allerdings nur nötig wenn Du sie in eine Anzuchtschale gesät hast.

Auspflanzen solltest Du sie erst wenn der Wetterbericht konstante Temperaturen über 10° Grad garantiert. Und auch dann empfehle ich Dir Deine Pflanzen zuerst an einen geschützten Platz (z.B. neben eine Mauer) zu setzen bis sie richtig kräftig und ans Wetter draußen gewöhnt sind. Danach kannst Du sie dann endgültig ins Gemüsebeet setzen.

Mischkultur

Auch bei Gemüse gibt es gute und schlechte Nachbarn. Tomaten vertragen sich überhaupt nicht mit Erbsen, Fencheln und vorallem Dingen Kartoffeln. Gut geeignet sind dagegen z.B. Knoblauch, Lauch, Mais, Möhren, Petersilie, Kapuzinerkresse, Rote Beete und Rettich.

Pflege

Für Deine Tomaten kannst Du einiges tun aber nichts davon ist besonders kompliziert. Es gibt vier Dinge:

  1. Ausgeizen
  2. Tomatenpflanzen hochbinden bzw. stützen
  3. Regelmäßig stickstoffbetont düngen
  4. Gleichmäßig wässern

Ausgeizen bedeutet nur, dass Du die Seitentriebe in den Blattachseln ausbrichst. Tust Du das nicht steckt die Pflanze Energie in diese Seitentriebe statt in die Früchte.

Tomaten können (je nach Sorte) sehr hoch werden und brauchen dann oftmals eine Stütze damit sie nicht umfallen oder umknicken. Dafür kannst Du entweder stabile Holz- oder Eisenstäbe nehmen. Im Gewächshaus kannst Du dagegen einen Strick an einer Strebe befestigen und Deine Pflanze dann daran hochwickeln.

Eine regelmäßige Düngung ist deshalb nötig weil Tomaten zu den Starkzehrern gehören was bedeutet, dass sie dem Boden sehr viele Nährstoffe entziehen und ihn auf Dauer so auslaugen.

Beim gleichmäßigen wässern achte unbedingt darauf Deine Pflanzen immer von unten zu gießen. Andernfalls begünstigt Du damit verschiedene Pilzkrankheiten. Deine Tomaten haben wegen ihrer Blattmasse und den Früchten einen großen Wasserbedarf was das regelmäßige gießen umso wichtiger macht.

Ernte

Erntereif sind Deine Tomaten in der Regel dann wenn sie vollständig durchgefärbt sind, also keine grünen Stellen mehr aufweisen. Ausnahme dabei sind Sorten wie der Green Giant. Praktischerweise gibt es an der Tomatenpflanze eine sogenannte Sollbruchstelle. Sie sieht aus wie ein dicker Knoten und Sie knapp oberhalb der Früchte. Dort kannst Du die Tomaten ganz einfach abknicken.

Sorten

Klingt unglaublich, ist aber wahr: Inzwischen gibt es weltweit mehr als 10.000 Tomatensorten. Ich stelle Dir hier nur zwei davon vor.

Ruthje

Ruthje ist eine mittelkleine, leuchtend rote, festfleischige Tomate mit leichter Herzform. Außerordentlich guter Geschmack, ähnlich einer guten Cocktailtomate

Green Giant

Green Giant ist eine Fleischtomate deren Früchte bis zu einem Kilogramm schwer werden können. Erntebeginn Anfang September, kräftig-würziger Geschmack und sehr saftig. Besonders an dieser Sorte ist, dass die Früchte grün bleiben auch wenn sie reif sind.

Lagerung

Tomaten mögen es gerne warm und vertragen daher keine Kälte. Weder die Pflanzen noch die Früchte. Deshalb solltest Du sie auch niemals im Kühlschrank aufbewahren denn dort verlieren sie an Geschmack und Aroma. Noch dazu begüngstigt die kalte Luft Schimmel. Ideal ist eine Temperatur zwischen 12 und 18°C. Bei zu niedrigen Temperaturen verlieren sie an Geschmack, bei zu hoher wird ihr Verfaulungsprozess beschleunigt. Am besten ist es Du legst sie auf Küchenpapier offen in eine Schale wo sie keiner direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt und verzehrst sie so bald wie möglich.

Es gibt aber natürlich auch Methoden wie Du Tomaten länger aufbewahren kannst. Dazu gehören z.B. das einfrieren, trocknen, in Essig einlegen, einwecken oder auch eine Weiterverarbeitung zu Tomatenmark oder Sauce.

Krankheiten und Schädlinge

Leider gibt es eine Vielzahl an Krankheiten und Schädlingen die Deinen Tomaten gefährlich werden können. Dazu zählen unter anderem der Echte Mehltau, die Löffelblättrigkeit, Grauschimmel, die Dürrfleckenkrankheit und auch Grün- oder Gelbkragen. Lass Dich davon aber nicht verunsichern. Nur weil es diese Krankheiten gibt heißt es nicht auch automatisch, dass sie Deine Pflanzen befallen müssen. Und sollten sie es doch tun gibt es immer etwas das hilft.

So ziemlich jeder Hobby- und Berufsgärtner kennt beispielsweise die Kraut- und Braunfäule. Das ist eine Pilzkrankheit die früher oder später fast jede Tomatenpflanze befällt. Zuerst werden die Blattspitzen braun und welken, danach bekommen auch die Stängel braune Flecken und schließlich werden die Tomaten selbst damit befallen. Hier ist Vorbeugung der beste Schutz. Das kannst Du tun indem Du Tomatenpflanzen nicht zu eng setzt, ausgeizt, nur von unten gießt, für viel Wärme sorgst und (falls Du Deine Tomaten in einem stehen hast) Dein Gewächshaus gut lüftest.

Eine weitere, oftmals bekannte, Krankheit ist die Blütenendfäule. Hier sieht es so aus als würden Deine Tomaten von unten faulen. Grund dafür ist neben anhaltender Trockenheit und zu hoher Luftfeuchtigkeit auch ein Kalziummangel der Pflanze. Vorbeugen kannst Du hier durch regelmäßige Bewässerung und einen ausgeglichenen pH-Wert.

Bei den Schädlingen ist es die Weiße Fliege die besonders gerne Tomaten im Gewächshaus befällt. Zu erkennen sind sie daran, dass sie hauptsächlich an der Blattunterseite sitzen und bei Erschütterungen Deiner Tomatenpflanze in Scharen auffliegen. Solltest Du einen Befall feststellen sind Schlupfwespen (sogenannte Nützlinge) die beste Lösung. Sie sind natürliche Fressfeine der weißen Fliege und können bei rechtzeitigem Einsatz den Befall eindämmen oder ganz beseitigen.

Du siehst es gibt beim Tomatenanbau einiges zu beachten. Aber dafür entschädigt einen die reiche Ernte dann auch mehr als genug.


Welche Erfahrungen hast Du bisher mit Tomaten im Eigenanbau gemacht? Hinterlasse mir dazu gerne einen Kommentar!

 

 

 

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